Die Zukunft ist bereits unter uns

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Mittwoch, 12. September 2018

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Die Zukunft ist bereits unter uns

„The future is already here — it’s just not very evenly distributed” sagte der Science-Fiction-Autor William Gibson im Jahre 1993.

Wo ist die Zukunft bereits unter uns? Wo können wir sie erkennen?

Generalist als Beruf:Es gibt tausende von Studiengängen und Ausbildungen. Aber noch fehlt die des Generalisten. Der, der die vielen Aspekte der Welt zusammenhängend betrachtet. In der Zukunft wird er eine viel größere Rolle spielen. Weil die Welt ein Ganzes ist, und nicht nur viele kleine Einzelteile. In der Zukunft wird es diese Berufsrichtung wieder häufiger geben – als anerkannten Ausbildungsberuf. Mit theoretischen und praktischen Elementen. Und vielleicht gehört auch wieder die „Waltz“, das Gebot zu reisen, mit wenig Gepäck und mit wenig Geld dazu – und das Verbot in der Zwischenzeit nach Hause zurückzukehren, in die alte Welt.

 

Modulares Bauen.Bauen ist heute einer der am wenigsten entwickelten Industrien. Es ist hochgradig fehleranfällig, wird von Kleinstbetrieben mit wenigen Mitarbeitern vorangetrieben. Jede Lösung für ähnliche Probleme wird immer wieder neu entwickelt. Es ist wie zu Beginn der Automobilkonstruktion, als tausende von Werkstätten in Handarbeit einzelne Fahrzeuge in geringen Stückzahlten bauten. Wir wissen heute, dass die industrielle Massenfertigung erst die Qualität und den Preis der heutigen Autos möglich gemacht hat – oder aller anderer technischer Geräte.

Dabei verbraucht Wohnen 40% der weltweiten Energie, bindet das meiste persönliche Geld und ist der größte Posten in den monatlichen Ausgaben. Wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens daheim und doch – Es scheint nichts als den „Charme der Altbauten“ von vor 100 Jahren, „Plattenbauten“ oder moderne Einzelbauten zu geben. Wo sind die „Steve Jobs“, die „Ingvar Kamprads“, die „Albrechts“ des Wohnungsbaus die zeigen, dass man

  • Aus ökologisch unbedenklichen und energiearmen Baustoffen
  • Räume mit hoher Wohnqualität und langer Haltbarkeit
  • Für einen günstigen Preis
  • In großer Stückzahl und Geschwindigkeit
  • Flexibel und veränderbar
  • Die mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen

bauen kann?

 

Es gibt sie bereits, Vordenker wie Rolf Disch (www.rolfdisch.de), die als erste das Plusenergiehaus in Deutschland eingeführt haben.

 

Einfache Tatsachen sind ja:

Solarzellen kosten im m2 weniger als ein klassischer Dachaufbau aus Holz, Ziegeln etc. Warum sind sie noch nicht Standard als Dachmaterial? Wo sie doch 30 Jahre haltbar sind und gegen Hagel etc. geschützt sind?

Holz ist nachwachsend und kann Jahrhunderte überdauern. Es bindet in seiner Produktion C02. Die Waldflächen weltweit sind am wachsen.

 

 

„Light living“Wir verbringen viel Zeit damit, Dinge anzuhäufen die wir dann als unseren Besitz „bewachen“. Ein Trend aus der Zukunft ist: nicht mehr zu besitzen als man mit dem Flugzeug ohne Aufzahlung transportieren kann. Alle wichtigen Dinge sind Erinnerungen, und diese lassen sich digitalisieren, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Wenn wir erst einmal alle Ereignisse (mehr oder weniger) auf dem Handy festgehalten haben, mit Siri oder Google mitgeschnitten, alle Menschen bei Facebook wiederfindbar, dann verstehen wir das „weniger mehr“ ist und wir sowieso nichts gewinnen oder verlieren können.

Dazu braucht man dann mobile Wohnformen in verschiedenen Stilen und Preisklassen, die man unproblematisch buchen und wieder verlassen kann. Das „Wesentliche“ ist digitalisiert, unsere Ideen, Aufschriebe, Musik, Bilder, Filme, Bücher, sind in der „Cloud“ gespeichert.

Wir sind wieder frei für „echte Erfahrungen“ ohne Ballast. Zu Fuß draußen im Wald, in den Bergen, mit echtem Regen und echter Sonne, geschützt durch intelligente Kleidung und Technik wie Zelte, Schlafsäcke etc,). Wir leben irgendwann alle in den Großstädten, aber die Welt besteht zu 95% nicht aus Städtern, sondern aus viel, viel Raum. Überall.

Selbsterfahrungen, in denen wir in Gruppen oder allein unseren echten Ängsten und Hoffnungen begegnen. Unseren Geschichten, denen wir bis dahin folgen ohne es zu wissen. Wo wir dann entscheiden können, selbst entscheiden? Wollen wir unser Leben damit zu bringen, einem imaginären inneren Bild eines Vaters oder Mutters es zu beweisen? Das Problem zu lösen, dass er oder sie nicht gelöst hat? Oder wollen wir selbst neu entscheiden? Und wo müssen wir lernen, die Realität anzunehmen, mit ihren kleinen und großen Aufgaben, die sie uns gestellt hat? Vor der „Erleuchtung“: Holz holen und Wasser tragen. Und nach der „Erleuchtung“? Holz holen und Wasser tragen.

Wenn wir dann weniger an den „Dingen“ anhaften, dann können wir sie auch mehr genießen. Wenn sie verloren gehen ist es auch egal. In der Zukunft wird es keine große Bedeutung haben, ob alles was wir besitzen weg ist oder nicht. Weil es keine große Relevanz hat.

 

Produkte, die sich in das Leben des Menschen einfügen – unauffällig.

Kein Mensch braucht Passwörter, Kreditkarten, Reisepässe, Formulare, Schlüssel. Updates. Unterschriften. Wir haben uns an sie gewöhnt, aber wir wollen sie nicht. Freiheit ist mit dem Shorts am Strand herumzuspringen, gedankenlos. Oder in den Dschungel der Großstadt einzutauchen, mit nichts in der Tasche.

Es ist vollkommen klar, wo die kommenden Innovationen liegen werden. Überhaupt keine Überraschung. Man kann lange dagegen anschreiben oder es ignorieren. Wir brauchen das alles nicht. Wir wollen uns identifizieren und Erlaubnisse erteilen. Geld ausgeben, überweisen. Wir brauchen funktionierende Geräte, Systeme. Lösungen.

Ich erkenne immer wieder, wie genial hier beispielhaft Apple die Zukunft vorbereitet hat. Für mich war jedes Gerät von Apple eine Quantensprung in meiner eigenen Entwicklung. Mit dem Macintosh Powerbook 140 (Interner Codename bei Apple: Tim lite oder Leary) begann ich 1993 mit Computer zu reisen. Nie wieder lag der Laptop weniger als einen Handgriff von mir entfernt, und von dann an habe ich meine Gedanken mitgeschrieben – immer wenn eine gute Idee kam oder abends in der Zusammenfassung oder in ganz besonders intensiven Reisezeiten nach einer Woche hinterher. Von da an war mir klar. Das ist die Zukunft. Das ist die elektronische Schreibmaschine, von der alle immer geträumt haben. Und ich kann darauf alles mitführen, was ich je gedacht und aufgeschrieben hatte.

Typischer Moment. Morgens in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Wo anderen schlafen, habe ich die 20 Minuten hochkonzentriert genutzt, mich auf dem Tag vorzubereiten. Die innere Meditation der Bewusstseinsarbeit auf Fragen, Ziele, Glaubenssätze, Affirmationen, Einsichten. Authentisch und optimistisch zugleich. Mit dem „Powerbook“ wurde das möglich. Weil ich schon in der Schulzeit blind 10 Finger schreiben gelernt hatte. Und ich das Ding jetzt aus der Tasche ziehen, aufklappen (in 10 Sekunden ist Word offen und ich kann weiter schreiben), und wenn man in den Zielbahnhof einfährt drückt man Apfel S, klappt den Bildschirm zu und wieder rein in den Rucksack damit.

Es war mir klar. Der nächste Schritt wir es sein, dass alle Bilder und Filme des Lebens dort auch immer in Griffweite sind. Es erschien damals an Rechenleistung unvorstellbar. Hatte das Powerbook doch 80MB Festplatte. 10 hochauflösende Bilder von heute. Doch es kam anders. Und es kam das Internet. Es wurde alles möglich. Das erste Modem zum Reisen erzeugte in Indien den Anschluss an das globale Wissensnetz.

 

Schon Anfang 2000 war mit dem Ipod die nächste Stufe erreicht. Alle Musik des Lebens, immer dabei. Mehr, als man je gehört hatte. Alle Lieblingsplatten aller intensiven Jahre. Auf Knopfdruck.

Schon als ich im Jahre 1999, als late adopter, mein erstes Handy in der Hand hatte, da wurde mir auch klar. Irgendwann wird uns das Handy wie Gott erscheinen. Es ist immer bei uns, kann uns immer trösten, hat auf alles eine Antwort und wird irgendwann immer für uns da sein. Mir war auch klar. Der Bildschirm, das wird die Tastatur. Bis dann Apple 2007 mit dem IPhone soweit war. Es war vollbracht. Jetzt waren alle Bilder, Filme alle Musik, alle Texte etc. meines Lebens verfügbar. Nein, noch nicht ganz. Es begann. Aber schon hatten wir Anschluss an eine größere Welt. Für mich immer das Faszinierendste: Ich hatte Anschluss an meine eigene Welt. Konnte weiter lesen und schreiben. Bilder eigener Erlebnisse mit Freunden anschauen. Bald organisierte ich mir faltbare Tastaturen, reduzierte die Schreibmaschine auf Palm-Größe. Hatte bald dem Computer in wenigen hundert Gramm, immer im Rucksack griffbereit, immer bei mir, überall auf dem Globus.

 

Und ich konnte Augenblicke und Gedanken festhalten, Einsichten und Erfahrungen.  Auf den Felsen in Hampi in Indien im Jahre 1996. In den Ruinen von Tikal in Guatemala im Jahre 1998. In San Franscisco auf dem Dach eines alternativen Warehouse im Jahre 2000.

 

2007 kam dann das Iphone. Es ist die Revolution, von der ich 1993 noch geträumt hatte. Nun nicht mehr 3 Stunden Akkulaufzeit und 3 Kg an Gewicht, sondern 150 Gramm und 12 Stunden.  Ein vollständiger Computer für die Hosentasche. Und gleichzeitig noch mit allen anderen Geräten, der Taschenlampe, dem Taschenrechner, dem Kompass, der Landkarte, dem Tacho, dem Höhenmesser, dem Notizzettel, dem Diktiergerät, dem Musikabspielgerät, der Videokamera, dem Tagebuch, der Enzyklopädie, der Bibliothek….

Und jetzt, ich arbeite mit dem Iphone X, 150 Gramm, 256 GB Speicher. Einer besseren Videokamera und Digitalkamera wie ich sie damals kaufen konnte, viele Kilogramm schwer. Ich habe sie auch durch Indien geschleift, in den aufregenden Jahren. Aber heute ist es leichter…

Und ich schreibe immer noch auf dem aktuellen Macbook. Mittlerweile ist Apple mit Amazon die teuerste Firma der Welt und irgendwie kostet das Teil immer noch 2000 Einheiten der Standardwährung. In der besseren 3000. Aber es kann jetzt 12.000 mal mehr speichern, statt 80MB 1 TB. Ich speichere immer noch in Word. Es wiegt die Hälfte, der Bildschirm ist farbig. Und hochauflösend. Und habe mittlerweile natürlich alle Daten nichtlokal in der Cloud gespeichert.

Jetzt sind vor zwei Jahren neu die AirPods, die drahtlosen In-Ohr-Kopfhörer herausgekommen. Ich kaufe mir die Sachen meist erst wenn sie etwas billiger geworden sind.  Ich habe dieses Wochenende getestet und weiß: Es ist ein weitere Schritt der Virtualisierung aller Lebensbereiche. Genial. Teuer. Und jeden Euro wert. Weil es wie ein Produkt aus der Zukunft ist. Wie Apple immer war. Man darf es nur noch nicht beim Duschen vergessen. Das kann erst die nächste Generation.

 

In der Zukunft haben glauben wir nicht mehr an: „Big brother is watching you“ und „irgendwann werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann“. Wir Deutschen haben eine Obsession mit negativen Utopien und Indianerromantik. Verständlich. Hat man uns mit Kommunismus und Nationalsozialismus ja schon zwei Mal sehr einleuchtende Visionen als Wahrheit verkauft, die leider nichts als Enttäuschung waren.

Haben sie deshalb recht, die großen Negativen Utopien von George Orwells (1984), ein leicht depressiver englischer Kolonialbeamter, vereinsamt in Burma, Aldous Huxley (Schöne neue Welt), nur leider ist alles nur Schein), oder Jewgeni Samjatin (WIR), enttäuscht von der Realität mit ihrer Gewalt, dem Primat der Ratio und der Leugnung des seelischen Lebens ?

Oder spuken sie immer noch zu sehr in unseren Köpfen herum? Ich habe sie in meiner Jugend alle drei gelesen, mit 16 im Jahre 1984. Man sieht ihre Spuren im Kampf gegen die Volkszählung (1983 gescheitert, das letzte Mal 1987), oder der Idee einer zentralen Speicherung der Gesundheitsdaten (Elektronische Gesundheitskarte), ein paar Milliarden an Kosten, bisher keinerlei Erfolg. Ich spüre ihre Spuren auch noch bei mir im Kopf, diese diffuse Angst im Hintergrund, es könne doch alles so schrecklich kommen. Wenn nicht jetzt, dann sicher bald. Aber die Zukunft sieht anders aus. Heute schon.

 

Qualitätssicherung im Gesundheitswesen

Auch eine Vision, die noch unvorstellbar erscheint. Wir lassen lieber einzelne Menschen mit ihrem begrenzten Wissen und ihrer bekannten Fehleranfälligkeit über unser wertvollstes Gut entscheiden und vertrauen auf gut Glück unsere Gesundheit einzelnen Ärzten an, die vielleicht recht haben, vielleicht auch nicht – anstatt dass wir darüber nachdenken, dass man Qualität auch messen kann und Erfolge kein Zufall sind.

Wer ist besser? Der, der jede Woche etwas anderes repariert, oder der, der sich auf ein Problem spezialisiert hat? Und wie können wir es herausbekommen? Es gibt die Pannenstatistik des ADAC. Und wir können sehen, welche Autos besonders anfällig sind. Wo ist die Transparenz bei den Ärzten?

Noch schleppen wir Krankenakten von Arzt zu Arzt. Selbst wenn es um lebensgefährliche relevante Erkrankungen wie Krebs gibt, erlauben wir keine zentrale Datenspeicherung und Auswertung. Holen dann für die Forschung uns Daten aus Schweden, weil man nur dort diese Krankheiten überhaupt zentral erfassen darf. Dort, wo man mit einer Drittel der Krankenhausbetten auch erfolgreich Medizin machen kann. Weil die Verbleibenden besser spezialisiert sind.

Wie kann es sein, dass nicht jede einzelne Krebserkrankung in Deutschland erfasst wird: Ihr Verlauf, ihre Therapie, ihr Ausgang. Im Dienste der einzelnen Gesundheit, oder vielleicht für die nachfolgenden Erkrankten?  Um nachher festzustellen was funktioniert hat und was nicht? Was hilfreich war, was Geldschneiderei, was unnötige Quälerei, was umgebracht hat?

Nicht einmal Operationen werden in ihrem Erfolg, ihrem Ausgang statistisch erfasst. Woher wissen wir eigentlich, ob die laparoskopische Appendektomie besser ist als die klassische? Wir wissen es nicht. Wir lassen einfach ausprobieren. Und wenn es nicht gestimmt hat, haben wir ein paar tausend oder hunderttausend Menschen unnötig falsch operiert, einige umgebracht, einige nur kränker als nötig gemacht.

In der Zukunft werden wir also unsere Gesundheit nicht dem Zufall überlassen, sondern die Daten nutzbar machen. Diese elektronisch erfassen und dem nächsten Arzt verfügbar machen. Und die richtige Therapie auf Algorithmen basieren, die dem aktuell besten verfügbaren Wissenstand, evidenzbasiert entspricht, und nicht der aktuellen Mode. Und in der Zukunft wird es sogar eine Verknüpfung geben mit unserem persönlichen Genom, weil wir uns trauen werden auch diesen Wissensschatz zu nutzen, zu unserem Wohl und der gemeinsamen Zukunft. Ist es Zufall, dass die neuen Weltmeister der Algorithmen, wie der Google Gründer Sergey Brin 8 Jahre mit Anne Wojcicki verheiratet war, der Gründerin von 23andMe, dem Pionier der persönlichen Genanalyse? Übrigens die jüngere Schwester der CEO von Youtube, Susan Wojcicki? Man kann viel über diese Pioniere und deren Firmen sagen. Nicht aber, dass die Analyse von Daten die Welt nicht verändert hat. Und verändern wird. Wir werden es erleben. In der Zukunft ist auch unser persönliches Genom Teil des Wissensschatzes, den wir für unsere Gesundheit und Heilung nutzen können.

Dafür müssen wir sie individuell speicherbar und übertragbar machen (irgendwo da draußen in der Cloud, gut geschützt) und anonymisiert auswertbar – damit man die großen Muster überhaupt erkennen kann. Denn noch ist die Versorgungsforschung ganz in den Anfängen. Wir wissen einfach gar nicht, was eine Behandlung oder ein Euro für eine Gesundheitsinvestition an Jahren an Lebenszeit oder Tagen mit verbesserter Lebensqualität bringt. Es ist alles noch kein ganzheitliches Bild, bisher meist Einzelmeinungen.

Wir haben weder die Daten noch den Konsens, dass wir sie auswerten müssten. Wie komme ich darauf? Auf unsere Reise um die Welt waren wir in den USA und Bangladesch. USA: die höchsten Gesundheitsausgaben der Welt. USA: Knapp 10.000 Dollar pro Kopf im Jahr, 78,8 Jahre Lebenserwartung. Bangladesch: 100 Dollar pro Kopf im Jahr, Lebenserwartung 73,2 Jahre.

Das 100 fache an Kosten für 5 weitere Jahre Leben. Hier ist etwas nicht wirklich effizient. Funktioniert nicht wirklich gut. In der Zukunft wird das Vergangenheit sein. Weil es offensichtlich ist.

 

Immer älter.In der Zukunft ist 100 Jahre Standard. Pro 10 Jahre steigt die Lebenserwartung um 2,5 Jahre. Unaufhaltsam. Jede Statistik, die immer wieder angekündigt hat, dass es damit bald ein Ende hat, hat sich wiederlegt. Wieder rechnen alle Prognosen damit, dass die Steigerung der Lebensdauer bald ein Ende haben muss. Ich glaube, es wird so weiter gehen. Wir haben dann die 100 Jahre als Durchschnitt schon bald erreicht – noch vor dem Jahre 2100 auf jeden Fall weltweit.

Und entgegen allen Unkenrufen: Diese Alten sind nicht immer kränker, sondern immer gesünder. Immer fitter, intelligenter, sozialer engagiert. Wir haben kein Altenproblem, sondern eine große Chance. Sie wird unser Leben umgestalten. Wir werden es sehen. Mit 80 oder 90 etwas Neues im Leben anzufangen, wird immer häufiger Alltag.

 

Forschungslabore für Bewusstseinsforschung.

Was sind die Grundbausteine der mentalen Realitätsproduktion? Eine ganz einfache Frage, noch wenig erforscht? Gibt es dafür große Forschungszentren, wo Milliarden hinfließen? Ich habe davon noch nichts gehört. Wo kann man lernen, wie man den „Bewusstseinsstrom“, managed? Wir überlassen das wichtigste Feld unseres Lebens lieber dem Zufall und reden von der „Black Box“ in uns – oder überlassen sie der „Self-Help-Ecke in der Buchhandlung“, immer größer wachsend.

Ein paar Mönche erforschen ihre Techniken weiter, geben sie weiter. Ein paar Abenteuer sitzen in den Bergen und erforschen in ihren Retreats neue Substanzen. Ein paar Steve Jobs der Zukunft haben ihren „Erleuchtungstrip“ auf einer chemischen Substanz.

Wen interessiert es bisher? War es Zufall, dass es die gleichen Kreise waren, die parallel durch psychoaktive Substanzen die Grundzüge des menschlichen Realitätsprogramms erforscht haben und die ersten Schritte zu ihrer Simulation durch Software und PCs geleistet haben, in den gleichen Gegenden rund um San Francisco? Die Begründer der Firmen, die jetzt die Welt beherrschen?

Nein. Wenn man dort einmal war und sich einmal ein bisschen bei den „Insidern“ umhört, ist dies nicht einmal mehr ein „offenes Geheimnis“. Und auf dem „burning man“ tummeln sich nicht nur deshalb die Milliardäre, weil es so „cool“ dort ist, sondern weil sie aus dem gleichen geistigen Hintergrund an Denken und Erfahrungen stammen. Einer Welt, in der mehr möglich ist. Weil man experimentiert. Mit sich, mit Chemie, mit Technologie. Erfolgreich. Weil ja nicht alles klar ist. Sondern ganz viel ganz spannend und neu. Und es Abläufe gibt, die man verstehen kann. Und beeinflussen kann. Es gibt mentale Programme, wie es Computerprogramme gibt. Hat man sie verstanden, kann man die Welt beherrschen. In der Zukunft wissen das nicht nur die Cracks aus dem Silicon Valley.

Und wir nur eins wissen: Die Lösungen der Vergangenheit sind nicht optimal. Wir brauchen bessere Lösungen. Individuell, gemeinsam.

 

In der Zukunft ist dies kein „Geheimwissen“, sondern selbstverständlich. Es ist nicht das Wissen von „Eingeweihten“, „Geheimlogen“ oder „Milliardärskreisen“, sondern Allgemeingut.

Warum ist ein Anthony Robbins, der Motivationsguru der 90 Jahre, mittlerweile kaum noch auf seinen 10.000 Leuten-Shows anzutreffen? Weil seine Techniken nicht funktioniert haben? Oder weil er es sich mittlerweile leisten kann, vor allem von Milliardären privat gebucht zu werden?

Warum ist „Achtsamkeit“ mittlerweile das Standardtraining für High Potentials, Schauspieler oder hochbezahlte Spezialisten? Weil das alles esoterisches Halbwissen ist, wie uns die Tagespresse gerne weismachen möchte?

Bei uns glauben viele immer noch lieber an Karl Marx oder die Bibel als Referenz, und beschäftigt sich mit Theorien aus der Vergangenheit über die Wirklichkeit der Vergangenheit.

Wir sind keine Schäfer oder Schafe mehr und keine Arbeiter im Frühkapitalismus. Wir sind vielmehr das, was wir schon immer waren. Geistige Wesen, für eine Weile auf diesem Planeten materiell manifestiert, mit erstaunlichen Potenzialen und erstaunlichen Aufgaben. Es gibt über alle Jahrtausende schon wirksame Bewusstseinstrainings. Jede spirituelle Tradition hat ihren Ursprung in Mystikern, die sich die Dinge einmal zu Herzen genommen haben und zu Ende gedacht haben. Sie kommen alle auf ähnliche Ergebnisse? Ist das Zufall, esoterischen Halbwissen, irrationale Unwissenheit oder ist da doch etwas daran?

In der Zukunft ist dies offensichtlich. Wir glauben wieder an etwas. Weil es nicht eine Fertigreligion vom Fließband sein muss, mit der wir uns zufrieden geben müssen. Standardisiert und Normiert, nach einem großen Guru der für uns alles erkannt hat damit wir nicht mehr darüber nachdenken müssen.

 

Nein, in der Zukunft ist die Religion wieder erlaubt, und sie ist Privatsache. Man darf wieder selbst entscheiden was man glaubt, und das auch ernsthaft. Nicht nur heimlich im Verschwiegenen, wie die führenden Wissenschaftler, die alle öffentlich verkünden müssen dass sie natürlich rationale Atheisten sind weil dies ja so logisch ist und privat, wenn man sie da schließlich mal erreicht von ihrem persönlichen Glauben erzählen, der natürlich der Antrieb ist warum sie überhaupt so weit gekommen sind in der Erforschung der „höheren, universellen Gesetze“.

Und es gibt auch ein Anrecht auf das Verfechten von sich wiedersprechenden Ansichten zur gleichen Zeit. Auch das gehört zur Zukunft, das alberne Denken in richtig und falsch, der Dualismus den uns Platon; Sokrates und Aristoteles eingebrockt haben ist Vergangenheit. Wie eine einschüchternde Schulhof-Gang haben sie alle weiteren Denkarten zum Schweigen und als „unlogisch“ gebrandmarkt. Noch muss man muss ihnen folgen, sonst ist man „draußen“.

An dieser Stelle habe ich beschlossen, die wissenschaftliche Laufbahn in der Medizin zu verlassen. Wollten mit doch die fähigsten Köpfe weismachen, dass unser Gehirn von Molekülen, Botenstoffen und elektrischen Impulsen gesteuert wird, die wiederum durch die DNA und die Umwelt determiniert sind. Und wer etwas anderes glaubt ist „unwissenschaftlich“. Naturwissenschaft glaubt an „matter over mind“. Für mich ist mindestens genauso umgekehrt möglich. Mein Credo ist. „mind over matter“.

Weil die Welt größer ist. Und wir spätestens seit der Quantenphysik bei den Grundlagen wissen, dass sie zugleich Teilchen und Welle sein können, dass sie verschieden Zustandsoptionen zur gleichen Zeit haben können – bis man sich entscheidet sie zu beobachten. Wir sind die Beobachter, die über die Zustände der Quanten entscheiden, die die materielle Welt determinieren.

 

Auch dieses Wissen wird in der Zukunft selbstverständlich sein

 

Die Zukunft ist auch eine Zukunft der geistigen Gesundheit. Wir haben das Problem der körperlichen Gesundheit noch nicht vollständig gelöst, sind aber auf dem guten Wege dorthin. Die unveränderlich steigende Lebenserwartung zeigt es. Der Kampf gegen die Mikroben ist fast schon Vergangenheit, die Herz-Kreislauferkrankungen als nächste Haupttodesursache werden seltener. Wir leben immer länger.

Die große Herausforderung ist die psychische Gesundheit. Und das ist keine Herausforderung der Medizin. Diese bietet auch keine Lösung, denn die Perspektive ist schon falsch. Statt noch mehr Unterkategorien für Diagnosen aus dem Handbuch, die sich nicht wirklich abgrenzen lassen brauchen wir ein Verständnis dafür, was der Normalzustand ist.

Diese lebensfrohe Begeisterung, dieses „Ja“ zum Leben, zur Existenz, mit der wir alle geboren werden. Die in unserer Seele, unsere DNA, unseren Atomen schwingt. Die bis in der kosmischen Hintergrundstrahlung vom Urknall zu spüren ist.

Normal ist: Ein Stern, der Milliarden Jahre leuchten kann, mit unbändiger Energie. Eine Zelle, die sich milliardenfach vermehrt um ein Mensch zu werden, jede mit ihrer speziellen Aufgabe auf den Weg geschickt, vorprogrammiert in einer einzigen Samenzelle und Eizelle.

Normal ist: ein kosmischer Tanz an Molekülen und Bewusstseinsstufen durch Milliarden von Lebewesen hindurch, Milliarden von unterschiedlichen Spezies, alle interagierend auf diesem Planeten. Und ein Mensch, der als erster in dieser erstaunlichen Abfolge (zumindest erscheint es für ihn so) dieses kosmische Wunderwerk zu versehen lernt, die abzählbaren physikalischen Naturkonstanten enträtselt. Und dabei begeisternd feststellt, dass alle, aber auch alle zufällig genau richtig vom großen Schöpfungscomputer berechnet wurden. Denn nur mit geringster Abweichung gäbe es uns nicht, das real existierende Universum.

Aber jede Variation ist anders, jedes Lebewesen einzigartig. Es gibt keine richtige oder falsche Variante. Alle gehören dazu, alle Anteile sind Teil des großen Spiels. Auch die, die wir vielleicht weniger mögen, unsere Sorgenkinder, die Anteile, die wir gerne ausgrenzen.

 

Normal ist nicht: Ich kann arbeiten und lieben, wie es Freud, der große Pessimist uns verkündet hat. Für ihn war normal, dass wir gesund sind wenn wir nur erfolgreich arbeiten und lieben können – egal wie dreckig es uns dabei geht. Wir glauben das immer noch. Und so bilden wir Kategorien von denen, die nicht arbeiten oder lieben können. Wie immer hatte Freud auch recht. Aber es gibt etwas Größeres. Er gibt es ja selbst zu:  „Der Künstler heilt seine Neurose selbst“. Aber wir sind alle Künstler. Unser Leben ist unser Kunstwerk, unser Bewusstsein ist unsere Produktion.

 

Normal ist auch nicht: Wie es früher einmal war. Unbewusst, automatisch vor sich her vegetierend, haben wir reagiert, in Halbbewusstsein als Sklaven gelebt: Über Jahrmillionen. Ein Stamm gegen den anderen, der Große Anführer und sein Priester werden es schon wissen.

Nein, auch das ist nicht normal. Das ist Vergangenheit. Wir erleben erst das Bewusstwerden des Menschen, das frei werden. Es ist ein historisch sehr junges Phänomen, es breitet sich erst langsam aus. Aber es ist ein allgemeines Menschenrecht. Und glücklich sein funktioniert. Weil es logisch ist und weil es gefühlt wahr ist, wenn man Anschluss an die Liebe findet.

Und weil jeder Mensch diesen Weg dorthin finden kann, er ist in ihm angelegt, davon bin ich überzeugt. Gesund sein heißt diese Verbindung zu spüren. Zu wissen, dass es eine Verbindung gibt. Zu etwas Zeitlosem, Höheren. Einer größeren Kraft, Macht. Die ein Teil von uns ist und von der wir ein Teil sind.

Sonst ist alles nur Therapie. Problemlösung. Eine weitere Kategorie.

 

In der Zukunft wird deshalb Glaube die Regel sein. Aber ein Glaube, den sich jeder selbst aussuchen durfte. Keine Vorgabe meiner Eltern, des örtlichen Priesters. Keine Indoktrination durch verpflichtende Glaubenssysteme, die Kleinkindern mit Behauptungen für ihr Leben prägen. Aber natürlich auch kein relativistischer Pessimismus, bei dem die eigenen Kindertraumas und nicht integrierte Enttäuschungen hinter großen Worte rationalisiert werden und auf die Welt projiziert, wie es in der Zeit in der wir Leben so häufig geschieht. Und in der alles anzuzweifeln und nichts zu vertrauen als erwachsen gilt. Weil man dann vor Enttäuschungen geschützt ist.

 

Glaube ist dann selbstverständlich, wenn er auf persönliche Erfahrungen basiert. Ein Recht, das jeder Mensch hat, davon bin ich überzeugt. Luther hatte Recht, wir brauchen keinen Vermittler, der uns das Wort Gottes übersetzt. Aber er hatte unrecht, wir brauchen auch keine heilige Schrift, niemand der uns Gottes Wort in Sprache übersetzt. Wir haben selbst in uns die Empfänger und Sensoren für die Wahrheiten und die Wunder und die Sprache der Existenz.

 

In der Zukunft werden wir mehr wieder gelernt haben, diese Verbindung herzustellen: Durch intelligente Rituale, selbst erprobt und erforscht. Verfeinert. Mit allen notwendigen Zutaten, wie Ort, innerer und äußerer Vorbereitung, Gemeinschaft, der Bereitschaft sich zu öffnen. Und Zutaten die dabei helfen. Mit allem was die Schöpfung uns offenbart und was wir selbst entdecken. Entdeckungen der Indianer aus uraltem Wissen oder Chemiker aus dem Labor.  Musik. Licht. Räumen in Natur oder Kunst.  Alles war man für eine perfektes Erlebnis braucht. Initiation. Offenbarung. Auch dieses Wissen ist Teil der Zukunft.

 

Die Zukunft ist bereits unter uns: Es liegt an uns, unsere Fühler auszustrecken. Denn eines ist sicher: Sie wird kommen.

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