Meine sieben Bereiche des Lebens

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Mittwoch, 5. September 2018, 10.21 Uhr

 

Meine sieben Bereiche des Lebens

 

Es ist ein großes Geschenk, wenn man einige Stunden des Tages zur freien Verfügung hat. Aber es ist auch eine große Aufgabe: Was fängt man mit der Zeit an?

Ich habe mir oft mehr Zeit freigenommen als es üblich war. Und hatte dann öfters genau diese Frage zu beantworten. Es ist eine der spannendsten Fragen des Lebens. Weil wir in vieler Hinsicht es noch nicht gewohnt sind, frei zu sein.

Jeder kennt es: es gibt Vorgaben, an die wir uns halten müssen, diese strukturieren unser Leben automatisch. Es ist unangenehm, in der Schule zu spät zu kommen oder die Hausaufgaben nicht gemacht zu haben. Es ist unangenehm, kein Geld oder keine Ausbildung zu haben, deswegen strengen wir uns für eine Arbeit an. Und dann – wenn wir frei haben ist der erste Reflex: Endlich nichts machen müssen! Keinen Wecker stellen, keine Aufgaben erledigen.

Und irgendwann, nach dem „Feierabend“, Wochenende, den Ferien, dem Freisemester, dem Sabbatical –  geht es wieder los. Wir müssen Dinge tun. Es gibt viel zu tun. Aber was in welcher Reihenfolge? Was ist wichtig, was kann liegen bleiben? Und wie bleiben wir motiviert?

Ich habe mir über die Jahre dazu viele Gedanken gemacht. Einfach weil ich den „Flow“ liebe, einen perfekten Ablauf bei dem man schnell vorankommt und die Zeit für die wesentlichen Dinge nutzt. Und das Ganze auch noch Spaß macht. Weil man am Ende noch viel Zeit übrig hat.

Denn am Ende ist es ja so: vom Aufwachen bis zum Einschlafen haben wir einen langen Ablauf vor uns, der aus sehr vielen Optionen besteht. Es ist der „Film“, den wir uns selbst drehen, wir sind darin „Drehbuchautor“,  „Regisseur“, „Hauptdarsteller“, „Kameraman“, wir suchen die Drehorte aus, wir bestimmen den Text der gesprochen wird, die Musik, wir sind für das Budget verantwortlich und an uns liegt es, ob er uns gelingt und gefällt. Am Ende schaut niemand außer uns ihn an.

Und ob es chaotisch oder elegant zugeht, ob wir hinterherhetzen oder freudig voraneilen, ob wir mit uns oder der Welt schimpfen oder uns gemeinsam freuen können, auch das ist unsere Entscheidung. Auf einer ganz praktischen Ebene.

Die erste und wesentliche Frage ist für mich klar:  Wo wollen wir hin? Was wollen wir mit der Chance der Zeit machen? Wie auch immer wir uns entscheiden werden, alles ist nachher eine Investition von Zeit (unserer Zeit) und Aufmerksamkeit (unserer Aufmerksamkeit), von Energie (unserer Energie) und teilweise auch Geld.

Natürlich – es kann sich sehr entspannt anfühlen sich das alles nicht zu fragen. Aber, davon bin ich überzeugt, dann werden viele der Fragen von anderen Leuten beantwortet. Denn da draußen gibt es einen gut funktionierenden Mechanismus, der uns Vorgaben macht und der uns beeinflusst, die Dinge zu tun, die sich für andere lohnen.

Natürlich möchte der Arbeitgeber, für den wir arbeiten von uns etwas, und er arbeitet daran es auch zu bekommen. Und natürlich sind wir Teil einer gut geölten Marketingmaschinerie, die mit Milliardeneinsatz uns dazu bringt, bestimmte Dinge zu wollen, zu machen, zu kaufen. Zu glauben, wir wären davon außen vor ist naiv. Jeder glaubt persönlich, er ließe sich nicht beeinflussen von anderen, Werbung, Nachrichten, etc. Erstaunlicherweise funktionieren die Methoden der Beeinflussung aber dennoch.

„If you don´t have a plan, you´re part of somebody elses plan“, heißt das schöne amerikanische Zitat dazu.

Mein System sieht folgendermaßen aus. Ich habe das Leben in sieben Bereiche eingeteilt.

 

  1. Selbstbewusstsein und Lebensfreude
  2. Familie und Freunde
  3. Ordnung, Planung und Verbesserung
  4. Finanzen, Investitionen und Wohnen
  5. Beruf und Karriere
  6. Körper, Urlaub und Gesundheit
  7. Emotionales, geistiges und spirituelles Wachstum

 

 

Jeder Bereich ist wichtig. Und alles was ich tue, wirkt sich auf einer der Bereiche aus.

 

Und die Reihenfolge ist auch nicht zufällig.

Ganz oben steht mein eigenes Wohlbefinden, denn wenn es mir nicht gut geht sind alle weiteren Bereiche nachrangig. Hier gilt es zuerst meine Aufmerksamkeit zu richten. Um beim Bild des Schauspielers zu bleiben – ist dieser nicht fit für seine Rolle, wird aus dem ganzen Film nichts.

An zweiter Stelle kommen schon die sozialen Beziehungen. Wer seine engsten Beziehungen nicht pflegt, dem fehlt etwas. Und den anderen fehlt auch etwas. Wir sind soziale Wesen, und wir blühen durch andere auf.

An Stelle drei sehe ich schon etwas, was andere „sharpening the saw“, „die Säge schärfen“ genannt haben. Statt etwas gleich zu tun zuerst zu schauen, wie man es verbessern kann. Das, so sehe ich, hat nach den ersten beiden „grundsätzlichen“ Bereichen den größten Einfluss auf unser Leben.

Dazu gilt es herauszubekommen, welche Ordnung die Dinge für einen im Leben haben sollen. Es gilt Routinen herauszuarbeiten, die funktionieren. Es vergeudet enorm viel Zeit und Energie, jeden Tag Dinge ohne System zu tun. Der ganze Tag besteht aus erfolgreichen oder weniger erfolgreichen Routinen.

Das, was ich gerade hier tue ist Teil von Bereich 3: Ich frage mich: Wo will ich hin, was ist mein Plan, wie kann ich ihn verbessern, wie kann ich eine größere Ordnung erzeugen? Und wie kann ich ihn mit den anderen Bereichen verbinden? Das ist eine der Gründe, warum ich mit dem Bloggen angefangen habe und es fortsetzen werde.

Ich könnte mir die Gedanken auch nur für mich machen. Aber so decke ich mehrere Bereiche zugleich ab. Ich tue etwas, was mir gefällt (zu schreiben): Bereich 1. Ich teile es mit anderen, die vielleicht davon auch etwas haben (Bereich 2). Und ich arbeite an der Verbesserung (Bereich 3).

Bereich 3 ist auch aus meiner Sicht der Bereich, der das moderne Leben am meisten bestimmt. Hier sind die Techniken zu finden, die unser Leben verbessern und erleichtern. Seit wir angefangen haben, darüber nachzudenken wie etwas besser laufen kann ist hier sehr viel passiert. Und wir sind immer noch ganz am Anfang, davon bin ich überzeugt. Noch läuft ein Großteil unseres Lebens schlecht organisiert und schlecht geplant ab, und es könnte verbessert werden. Und die Techniken hierzu, ob es geistige Techniken, Software oder handfeste Geräte sind, befinden sich in einem rasanten Wachstumsprozess. Ich werde dazu ein anderes Mal mehr schreiben

 

Bereich 4 sind die „materiellen“ Dinge. Das Geld, die Frage wo wir unser Geld und unser Arbeitszeit investieren;  und was wir uns kaufen, wo und wie wir wohnen. Auf einer Art ist es für mich wichtig herauszubekommen wie wir uns weniger abhängig machen können von den „Dingen“. Von einer anderen Seite her betrachtet ist es aber so, dass wir hier oft zu wenig hinschauen und uns nachher wundern, warum die „materiellen“ Dinge unser Leben so stark prägen. Ob wir es wollen oder nicht. Denn was vernachlässigt wird, drängt sich gerne in den Vordergrund.

 

Bereich 5 handelt von Schule, Ausbildung, Beruf, Arbeit. Ich trenne es vom Geld, weil es unterschiedliche Themen sind. Wir haben auch die „Berufung“, etwas zu tun, wenn wir genug Geld haben. Es überschneidet sich teilweise – wir tun Dinge um Geld zu bekommen. Aber meist haben wir höhere Ziele die uns motivieren uns anzustrengen.

 

Bereich 6 beinhaltet viele der „schönen Dinge“ im Leben. Es geht um den Körper, die Erholung, die Gesundheit, den Urlaub. Um Sport und Entspannung. Um Feiern und Loslassen. Für mich ein wesentlicher Bereich, der oft die Motivation für vieles andere darstellt. Wer hat noch nicht einmal auf den „Urlaub“ oder nur auf das „Wochenende“ hingefiebert. Und sich danach wie „neu“ gefühlt. Ich habe die ganze Schulzeit gedacht, der Sinn der Schule sind die Schulpausen und die Ferien.

 

Bereich 7 schließlich ist der Bereich, wo wir uns entwickeln wollen, den Horizont erweitern, wachsen. Ob es ein gutes Buch, faszinierende Musik, gemeinsame Erfahrungen sind. Ich habe diesen Bereich unter emotionalem, geistigem und spirituellen Wachstum zusammengefasst. Dort erfahren wir, dass wir nach Höherem streben, dass wir einen Sinn suchen und ihn erfahren können, dass wir fasziniert, begeistert, inspiriert, erfüllt und neugierig, dankbar und offen sein können.

Es ist der Bereich, in dem wir uns oft aufhalten, wenn wir in allen anderen Bereichen bereits Zufriedenheit und Sicherheit erreicht haben. Und wo wir wissen oder ahnen können, dass es eine Verbindung gibt zwischen allem: den vielen Aspekten unseres Lebens, den anderen, der Erde, dem gesamten Universum.

Was bringt das nun im Alltag? Mir hilft es täglich als Orientierung. Ich weiß, dass alle Bereiche Aufmerksamkeit brauchen, und ich kann erkennen, ob etwas was ich vorhabe oder mache für einen dieser Bereiche hilfreich ist. Das hilft dabei, Prioritäten zu setzen und mich richtig zu entscheiden, wofür ich ein paar Minuten meiner Zeit und Aufmerksamkeit nutzen will.  Ganz getreu des Bereichs 3 notiere ich mir deshalb häufig Anfangs- und Endzeitpunkt bei Dingen die ich tue um zu schauen, was habe ich wirklich an Zeit hereingesteckt? Was ist dabei herausgekommen? Auch das hilft um zu lernen, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Oft brauchen wesentliche Dinge sehr wenig Zeit.

Und in ruhigen Momenten, wenn ich mir einmal etwas mehr Zeit nehme, schreibe ich für alle sieben Bereiche auf was ich für Ziele habe und was ich jetzt konkret tun kann, um diesen Zielen näher zu kommen. Es hat eine erstaunliche Kraft.

11.38. Das waren jetzt genau 90 Minuten. Sie fühlen sich wertvoll genutzt an. Jetzt kann es weiter gehen mit der Liste der Dinge, die erledigt werden wollen. Weil ich jetzt wieder einen größeren Rahmen habe.

 

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