Stell dir vor, alles ist gut

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Dienstag, 28. August 2018, daheim

Stell dir vor, alles ist gut.

Unsere Gedanken beeinflussen die Wirklichkeit. Das ist eine einfache Wahrheit, an die ich mich immer wieder neu erinnern lasse. Heute durch den Artikel im New Scientist vom 27. August 2018: „Mind over matter: You really can think yourself healthier and happier“. Und schon das zu lesen gibt mir neuen Schwung.

Warum können wir mit dem gleichen Körper an einem Tag voller Energie sein, großartige Leistungen vollbringen und uns blendend fühlen – und am nächsten Tag nicht? Viele suchen nach den materiellen Ursachen – Ernährung, Schlaf, physikalische Ursachen. Aber – den größten Einfluss hat, was wir glauben!

In der Medizin kennt man ihn seit langem, den Placebo-Effekt. Dennoch wird über ihn bisher viel zu wenig geforscht. Denn es bleibt rätselhaft, warum wir in fast allen Dimensionen unsere körperlichen und geistigen Zustände messbar verbessern können, allein weil wir glauben wir hätten ein Medikament eingenommen das uns hilft. Häufig sind die wirksamen Medikamente in ihrer Wirksamkeit kaum vom Placebo-Effekt zu unterscheiden. Bei Kopfschmerzen hilft Aspirin – aber auch fast genauso häufig das Placebo.

Operationen können Schmerzen nehmen – aber auch unwirksame Operationen, sie sind bei vielen Krankheiten ähnlich wirksam wie ein Eingriff der funktioniert. Es gibt praktisch keinen Bereich, bei der der Glaube an die Wirksamkeit nicht auch schon Effekte gezeigt hat.

Wie das funktioniert ist für die Medizin ein Rätsel. Aber wir können diese Erkenntnisse nutzen. Denn es handelt sich hier um eine Art Selbsthypnose. Wir machen uns selbst klar, dass etwas wirkt, und dann wirkt es auch.

 

Im Artikel des New Scientist wird von einer Forscherin berichtet, die die letzten 10 Jahre mit dem Thema Placebo geforscht hat. Es gibt viele erstaunliche Erkenntnisse dabei. So ist es für die Gesundheit wirksamer, zu glauben man sei körperlich fit als tatsächlich Sport zu treiben. Nicht dass der Sport nicht wirksam ist – zu glauben man sei fit ist nur noch wirksamer. Getestet an über 60.000 Menschen mit harten Daten wie Überlebensrate und körperlichen Messwerten.

Auch zum Thema Stress gibt es erstaunliche Erkenntnisse. Teilt man Reinigungspersonal bei ihrer Einarbeitung mit, dass ihre Arbeit nach wissenschaftlichen Empfehlungen gesundheitsförderlich sei, so verbessert sich trotz der harten Arbeitsbedingungen ihre Gesundheit. Aber nur bei denen, die vorab entsprechend informiert wurden.

Und wer ist besonders erfolgreich als Unternehmer? Der, der die Dinge realistisch sieht und einschätzt, oder der mit der „rosaroten Brille“, der seine eigenen Fähigkeiten überschätzt und die Herausforderungen unterschätzt? Natürlich der, der seine eigenen Fähigkeiten zu hoch einschätzt.

Oder das Thema Schlaf: Es kommt weniger darauf an, ob man schlecht oder wenig schläft, solange man selbst glaubt gut zu schlafen. Der gefühlt oder geglaubt schlechte Schlaf dagegen verschlechtert die Gesundheit – unabhängig davon ob man tatsächlich messbar weniger oder unruhiger geschlafen hat.

Und dann die Ernährung: kaum hört man, ein Essen sei besonders kalorienarm und somit besonders gesund, so stellt sich weniger Sättigung ein – obwohl sich die Kalorienzahl gar nicht geändert hat.

Es sind erstaunliche Studienergebnisse. Harte, belastbare Ergebnisse von renommierten Autoren, keine Infos aus dem Netz. Sie unterstützen die vielen Studien, die ich bereits gelesen habe, bestärken und erinnern mich.

Und ich denke mir gleich: Stimmt, was denke ich denn gerade? Wo habe ich einen einschränkenden Glaubenssatz? Was glaube ich ist nicht optimal?

Als Erstes fällt mir wieder ein, dass ich die bestärkenden Sätze aufschreiben sollte. So oft wie möglich, täglich am Besten. Denn auch das sagt die Forschung – ein großer Teil des sich schlecht Fühlens kommt aus dem Vergleichen und den schlechten Botschaften, dem Einfluss von außen.

Ich kenne das ganz genau. Es war eine entscheidende Erkenntnis im Studium, warum ich nicht mehr zu Vorlesungen und Lerngruppen gegangen bin. Die Umgebung hat mich immer gestresst. Es war unmöglich dort zu sein und nicht von irgendjemandem angesteckt zu werden, der sich Sorgen macht oder jemand zu sehen oder von ihm zu hören der es gründlicher, ordentlicher, besser macht. Ich habe es körperlich gefühlt, ich fühlte mich nicht wohl. Daheim oder allein in der Bibliothek dagegen habe ich gut lernen können – ohne mich gestresst zu fühlen.

 

Und was hat mich frei und stark gemacht? Ich habe es mir selbst erlaubt freundlich, positiv und unterstützend zu mir zu sprechen, indem ich schreibe. Ich habe mir die Übung gestellt, alles so positiv zu beschreiben dass es gerade noch glaubhaft ist. Wo die Grenze liegt kennt jeder ganz genau. Aber ich habe mich eben getraut, mich und die Welt positiver zu sehen als man es üblicherweise aussprechen oder lesen kann. Und ich habe mich meist auch davor gehütet, darüber zu sprechen.

Denn ich weiß – da draußen ist immer jemand, dessen „kritischer Geist“ einen Einwand finden würde. Vor allem mein eigener kritischer Geist würde dann sich gestärkt fühlen

Und dann ist mein schönes, friedliches Gefühl mit mir im Einklang zu sein vorbei und ich befinde mich im anstrengenden Diskussions – und Rechtfertigungsmodus. Unterstützt vom allgemeinen Negativton, der von so vielen Zeitschriften wie Spiegel und Zeit typischerweise verwendet wird, wenn es um das „positive Denken“ geht. Gefährlich, oberflächlich, amerikanisch etc…

Denn – ich bin kein geborener Optimist, ich kann sehr gut auch alles negativ sehen. Ich kenne den Zustand, und ich weiß wie es sich anfühlt. Ich habe mich nur irgendwann dagegen entschieden und entschlossen, diesen Weg nicht einzuschlagen. Weil er mir nicht guttut.

Aber selbst der Spiegel schreibt heute in einem Artikel: „stell dir vor, alles wird gut“ – um darauf hinzuweisen, dass die vielen Probleme vor denen wir in der Politik stehen gelöst werden können. Ja, dass dies gar nicht unwahrscheinlicher ist als das Negativszenario.

Am Ende zählt aber das Ergebnis. Sportler, die sich für unfehlbar halten, machen nicht mehr Fehler als ihre realistischeren, kritischen Zeitgenossen. Sie machen weniger Fehler. Allein die Vorstellung perfekt zu sein hilft dabei. Und so fahre ich seit 40 Jahren mit Fahrrad, Motorrad und Auto durch den Verkehr – immer mit dem Glaubenssatz: „Ich mache keinen Unfall, ich fahre fehlerfrei und hochkonzentriert.“. Auch jetzt wieder um die Welt. Es hilft. Ich habe noch nie einen Unfall gemacht und habe es auch nicht vor.

Am Ende geht es nicht um richtig oder falsch. Auch das ist wieder eine Entscheidung, die man eingeführt hat weil sie praktisch ist, aber nicht weil sie immer passt. Natürlich sind wir keine Magier und können alles bestimmen, so sehr wir daran glauben. Aber vor allem sind wir keine passiven Opfer der materiellen Wirklichkeit, wir haben einen großen Einfluss. Es kommt darauf an ihn so weit wie möglich zu nutzen.

Aus meiner Erfahrung ist es am Wirksamsten, tatsächlich alles einmal aufzuschreiben was wir denken. Viele ist bereits positiv, es wird dadurch verstärkt. Es ist aber auch manches dabei was nicht positiv oder unterstützend ist. Diese behindernden Glaubenssätze gilt es mit besseren Sätzen zu ersetzen. Das ist ganz einfach. Man schreibt einfach eine bessere Version auf, eine besser Version die glaubhaft ist. Ich glaube nicht, dass die Umwelt nicht in Gefahr ist, das wäre Unsinn. Ich glaube, dass wir noch mehr Lösungen finden werden, sie wirksam zu schützen.

Die erstaunliche Kraft der Glaubenssätze überrascht mich immer wieder von Neuem. Ich bin immer noch dabei, ihr Potenzial ganz zu nutzen. Ich weiß aber aus 30 Jahren Tagebuchschreiben, dass ein Großteil der Dinge, die ich in diesen Jahren als positivem Glaubenssatz, als Ziel, als Wunsch, als Plan aufgeschrieben habe, tatsächlich Wirklichkeit geworden sind. Oft ist die Genauigkeit kaum zu glauben. Aber in dem ich das Ergebnis überprüfen kann, ist mein persönliches Experiment eine wunderbare Bestätigung der Forschungsergebnisse.

Und es geht damit weiter. Ich glaube, dass es sich lohnt dieses Wissen auch weiter zu nutzen und zu verbreiten. Es gibt immer noch viel zu tun. Ich freue mich darauf.

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