Sonntag, 26. August 2018, 21,47, daheim

Die erste Woche in der Schule ist also geschafft. Jetzt sind wir wieder im Alltag angekommen. Und es ist ein guter Start gewesen. Heute auf der Heimfahrt mit den Rädern aus Kreuzberg meinte Velis dann: Können wir nicht wieder auf Weltreise fahren? Morpheus stimmt ein. Aber Lysander findet es gut, wieder hier zu sein. Sein erster Satz, als er am ersten Schultag wieder nach Hause kam: „Endlich wieder normal!“

Bei Velis war die erste Woche noch Projektwoche und er konnte sich so langsam wieder an die Regeln des deutschen Schulalltags gewöhnen. Und Lysander, der jetzt aufs Gymnasium, geht hat  festgestellt, dass auch da nicht jeder im letzten Jahr nur den optimalen Mathe-Unterricht hatte. Bei manchen war er aus Lehrermangel ausgefallen, andere kommen von freien Schulen und müssen auch Stoff wiederholen.

Irgendwie also ganz normal, und unsere Kinder fielen gar nicht so viel weiter auf. Erleichterung auch bei den Eltern, die sich darüber doch gelegentlich Gedanken gemacht hatten. Und so ist die erste Woche wie überall davon geprägt, die vielen Hefte zu beschriften, das ganze Material zu besorgen und das Leben so zu organisieren dass wieder alles funktioniert.

In der Kita war es eine große Freude alle wiederzusehen und beim ersten Geburtstag und einer Einschulungsfeier durften wir die eine oder andere Geschichte erzählen. Ob wir schon wieder angekommen sind? Auf eine Art geht es erstaunlich schnell, wenn man erst mal wieder mit den vielen Dingen beschäftig ist die das Leben hier so ausmachen. Auf einer anderen Art auch nicht, weil sich Dinge geändert haben in der Perspektive und doch alles mit einer größeren Gelassenheit betrachtet wird – bei mir wie bei Nadine.

Gerade im Rückblick stellen wir fest, man hat so viel erlebt, so viel hat funktioniert, warum sollte es jetzt nicht auch so gut weitergehen?  Und natürlich gibt es auch die Dinge die man unterwegs vermisst hat und die in Deutschland, Berlin und natürlich in unserem Kiez am Schönsten sind.

Ich freue mich wieder dass ich mehr Gelegenheit zum Laufen habe. Und darüber, dass das Wetter und die Landschaft in Deutschland im Sommer einfach wunderbar sein können. An der Weser entlang zu laufen morgens und nur Schafen oder Kühen zu begegnen ist wunderbar. Es gibt in Deutschland eben auch viele Ecken wo wenig Menschen leben und viel Natur zu sehen ist.

Die Kinder führen weiter gerne ihre kleinen „Theaterstücke“ auf, jetzt handeln diese oft von Pannen in der Wüste, wo man das Auto reparieren muss und einen Monster angreifen können. Auf dem Wesersand lässt sich sehr gut spielen.

Diese „unbekannten“ Ecken in Deutschland, wie die Gegend der Unterweser sind für mich tatsächlich Orte, die ich mit nichts auf der Welt tauschen wollte. Irgendwie ist auch ein Ergebnis unserer großen Fahrt dass man merkt, wie schön es daheim sein kann.

Nach der Rückkehr von der Weser am Sonntag dann nach dem Start in Berlin ging es bei mir schon wieder am Mittwoch nach Hamburg. Im Sonnenschein auch eine schöne Fahrt, und sehr vertraut dort wieder in Meetings und vor dem Rechner zu sitzen.

Inspiriert von unserem Freunden in San Francisco, die begeistert im Triathlon unterwegs sind bin ich nach meinen morgigen Runden von 10 km durch den Friedrichshain Stadtpark heute dann mal noch auf das Fahrrad gestiegen und zum Orankesee gefahren – möglichst schnell. Und dort dann 500 Züge Kraul geschwommen. Das Erstaunliche, fand ich: Wie so oft ist es eine Einstellungssache – ich kann mich nicht erinnern wann ich zuletzt so viele Züge kraul geschafft habe. Normalerweise bin ich nach 30 Zügen außer Puste und schaffe die 100 Züge gerade so. Irgendwie war ich so motiviert, dass es ganz leicht war. Und es fühlt sich so gut an, dass ich dieses Programm unbedingt fortsetzen und ausbauen will. Wie schreibt der neueste New Scientist:

Slimmer. Fitter. Less stressed: How a positive mind really can create a healthier body.

Ich freue mich schon auf den Artikel. Denn ich weiß – diese Verbindung ist für mich entscheidend, und ich glaube „mind over matter“ – unser Geist, unsere Einstellung hat die Kraft, die Materie zu beeinflussen. Positiv zu beeinflussen.

Und ich freue mich jeden Tag über die Freunde, die ich auf der Straße wieder treffe oder mit denen wir das erste Wiedersehen feiern. Es fehlen noch ganz viele – und das sind schöne Aussichten auf viele liebe Menschen, die wir in den nächsten Wochen wiedersehen werden.

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