31. Juli 2018, 23.03 Uhr, Berlin, wieder daheim!

„In Berlin sprechen alle Deutsch“

Kurz: Es ist großartig wieder daheim zu sein! An der Gepäckausgabe auf die Taschen zu warten, während draußen schon Familie und Freunde standen war gefühlt die längste Zeit, die ich je auf das Gepäck gewartet habe.

Am Ende war alles da und wir waren alle erstaunt wie heiß es hier ist. Irgendwie schien alles in einem besonderen Glanz zu strahlen in Deutschland, aber das muss sicher an meinen Augen liegen..

Auch in unserer Wohnung war alles wiederzuerkennen, man kann also seine Wohnung an einen jungen Israeli vermieten und ihm auch Untervermietung erlauben, ohne dass alles nachher nicht wiederzuerkennen ist.

Zuerst wollte Velis aber einmal im die Ecke zur Schule rennen, so fehlt er auf dem Foto, dafür durfte Tara’s Kusine mit drauf!

Selbst Lysander, der schon tagelang sauer war dass jemand in seinem Bett geschlafen hat schlief abends glücklich auf seinem Hochbett wieder ein – nachdem er das große Beatles-Buch wieder aus dem Abstellraum herausgezogen hat.

Vor allem stürzten sich die Kinder auf das eine Zimmer, in dem alle Schätze versteckt waren. Wir hatten ja all unser Zeug in einem Raum der Wohnung aufgetürmt und diesen abgeschlossen. Jetzt musste man erst mal gut darin lüften. Und alle zogen alle Kisten wieder heraus und waren einfach nur begeistert. Velis hatte sein Riesen-Glubschi wieder, baute Türme aus Kapla und Tara spielte stundenlang still mit Holzklötzen. Morpheus baute gleich die Lego-Eisenbahn auf, so dass es nach wenigen Stunden in der Wohnung nur noch ein Chaos von Taschen, Spielzeug und vielen vielen Sachen war. Und da nach kurzem auch eine Überraschungsgruppe an Freunden vor der Tür stand, waren wir mehr als baff und freuten uns, übermüdet von wenig Schlaf und 18 Stunden Reisen alle sehr. Jetzt sind wir also wieder da. Und fahren so schnell erst einmal nicht wieder um die Welt.

Tara erkundete den Hof mit dem Laufrad, sah dort einen Laster bei dem Baumaterial abgeladen wurde und meinte nach kurzer Zeit zu mir: „In Berlin sprechen alle Deutsch. Auch die Bauarbeiter und die Autofahrer. Nur manche sprechen Englisch.“ Als wir dann Tara und Morpheus schon gleich zur Kita mitnehmen wollten, gab es erst einmal Protest. Ein Eis an der beliebten Eisdiele an der Ecke half dann als Motivation. Dabei ging es ja nur darum, den heißbegehrten Vertrag zu unterzeichnen und einmal die Gruppen anzuschauen. Doch wir wurden sehr freundlich empfangen und in der Gruppe von Tara wusste man gleich Bescheid: Auch schon Lysander war dort vor 10 Jahren gestartet, und der Erzieher erinnerte sehr gut an ihn. Auch gibt es schon eine Tara in der Gruppe, bei ihr sind wir mit dem Namen mal im Trend gelegen…

Nur Morpheus schaute sich sehr cool die Kinder an und wollte gleich wieder gehen. Es wird für ihn eine Umstellung nicht mehr mit den „großen Jungs“ den ganzen Tag zusammen zu sein. Aber da er Anfang Oktober geboren ist, ist er nach der neuen alten Regelung wieder erst nächstes Jahr mit der Schule dran. Und wir gönnen ihm noch das eine Jahr Spielkind sein.

Wir sind gleich wieder im normalen Rhythmus drin, gehen kurz vor 12 ins Bett und stehen um 7 Uhr auf – als wäre es nichts gewesen. Nur nachmittags kommt dann eine Müdigkeit auf, aber die mag auch an der Hitze liegen: und daran dass so viel zu tun ist. Ich fahre gleich mit Fahrradanhänger zum Großeinkauf zu Aldi und verzichte auf beim Kauf auf Fleischprodukte – schließlich ist Sport und Ökologie kein Gegensatz und ich habe noch einiges zu tun, um den Klimawandel nicht noch weiter zu beschleunigen…

Aber nachdem das Klettergerüst wieder aufgebaut ist im „Spielzimmer“, war ein entscheidender Schritt geschafft. Das, so meinte alle Kinder während der Reise, sei das beste Geschenk dass sie je bekommen hätten. Ich kann es auch uneingeschränkt empfehlen. Das KletterDschungel Turnset ist ein Berliner Produkt, lässt sich zwischen Fußboden und Decke einspannen und man kann daran alles machen was Kinder liebt: Klettern, Schaukeln, an Ringen hängen, Klimmzüge machen, rutschen… Ganz großes Kino, besonders mit den Hartschaummatten aus gepressten Schaumgummiresten mit denen wir das ganze Zimmer immer auslegen. Sicher ist sicher. Der beste Freund von Lysi und Velis durfte gleich über Nacht bleiben, was alle sehr glücklich machte.

Berlin ist erstaunlich leer in der Schulferienzeit, und auch wir fuhren abends noch mit Freunden an den See heraus um den Abend gemeinsam zu genießen. Sozusagen der letzte Abend, morgen geht es auch schon bei mir wieder los mit der Arbeit. Und wie Nadine schon meinte, „Wir werden hier auch wieder gebraucht“ – auf einmal erscheint ein aufgeregter junger Mann und fragt: Ist hier ein Arzt oder Rettungssanitäter? Und siehe da, ein junger Mann mit offensichtlichen Problemen liegt da und windet sich am Boden. Er sieht bewusstlos aus, ist aber wohl doch ansprechbar als ich mich als Arzt vorstelle und versuche herauszubekommen was mit ihm los ist. Er reagiert nur mit dem Zeigefinger zwischen krampfartigen Windungen und kann mir nach und nach erläutern, er hätte vor Jahren einmal einen Pneumothorax (ein Riss in der Lunge, bei dem plötzlich Luft in den Pleuraspalt eindringt und die Atmung lebensgefährlich behindern kann) gehabt. Wie ich es schon oft in solchen Situationen erfahren habe hilft es enorm, wenn jemand dabei ist der als Arzt Ruhe ausstrahlen kann und beruhigend einwirken kann, viel mehr konnte ich auch nicht tun. So konnten wir die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrücken (was für ein Glück in Deutschland zu sein wo der Rettungswagen nach maximal 15 Min vor Ort ist!), und der junge Patient konnte ins nächste Krankenhaus gebracht werden. Ich dachte dann nur zurück, wie lange es wohl in Patagonien dauert, wo man stundenlang keine Menschenseele sieht bis Hilfe kommt…

Und so fahren wir mit dem Gefühl großer Dankbarkeit nach Hause, dass wir so gesund und beschützt um die Welt reisen konnten, ohne dass wir auch nur daran denken mussten Hilfe zu suchen..

Und was für ein Geschenk wieder daheim zu sein, in der Wohnung und auf dem Balkon noch mal die warme Sommernacht eines so langen Tages zu genießen.

Danke an alle für den tollen Empfang wieder daheim!

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