Eine 100% regenerative Weltwirtschaft ist möglich

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Montag, 16. Juli 2018, 10.10 Uhr, Uyuni, Bolivien

Eine 100% regenerative Weltwirtschaft ist möglich

Viele Menschen machen sich Sorgen um den weltweiten Anstieg des CO2-Spiegels in der Atmosphäre. Zu Recht. Wir können schlecht das in Jahrmillionen von Pflanzen aus der Atmosphäre entfernte Kohlendioxid in wenigen Jahrzehnten zurück in die Atmosphäre transportieren und erwarten, dass dies keinen Effekt hätte.

Der Streitpunkt lautet aber: wie können wir den Anstieg stoppen? Es gibt viele die propagieren, wir müssten dazu unser Verhalten ändern. Uns einschränken. Weniger konsumieren, weniger reisen, mit weniger Komfort leben.

Dies mag eine reizvolle Idee für viele sein. Es stimmt, „zurück zur Natur“ hat eine große Anziehung. Es gibt einen globalen Trend zu gesünderer Ernährung, alternativen Lebensweisen, einem Leben mehr im „Einklang mit der Natur“.

Schauen wir uns aber die Zahlen an, wird klar: Es wird allein durch Verhaltensänderung nicht funktionieren. Denn in keinem Land der Welt entscheiden sich die Menschen freiwillig für weniger Wohnraum, kältere Wohnungen, weniger Besuche ihrer Freunde und Verwandten, weniger Autos, Flüge, Produkte. Ausnahmen bestätigen hier die Regel.

Und die Idee einer guten Ökodiktatur“ halte ich für äußerst gefährlich. Auch Hitler war ein Vegetarier, der Vollkornbrot und alternative Heilmethoden gefördert hat. Und der gleiche Putin, der ohne Probleme über seinen Vasallen Assad eine halbe Million Menschen im sinnlosen Syrien-Krieg grausam töten lässt, verkündet gerne seine „alternativen“ Ideen von einem Leben ohne Pharmaindustrie, Impfungen und rein ökologischer Landwirtschaft.

Ich glaube nicht daran, dass man Menschen zu einem Verhalten zwingen sollte. Wenn es ihnen einleuchtet, werden sie sich freiwillig dafür einsetzen, ihre Zukunft nicht zu zerstören. Viele haben ja geglaubt, es ist erst 40 Jahre her, wir müssten die chinesische Ein-Kind-Politik mit Zwang auf der ganzen Welt verbreiten, um die Welt vor der Überbevölkerung zu retten. Jetzt, 40 Jahre später sehen wir – auch in den Ländern die nicht auf Zwang gesetzt haben ist die Reproduktionsrate auf ungefähr 2 gefallen – Tendenz weiter sinkend. Weil sich die Menschen freiwillig dafür entschieden haben, weniger Kinder zu bekommen.

In ZEIT, Süddeutsche und anderen Medien lese ich jetzt etwa –Flugreisen sind ein Verbrechen. Das ist wohlgemeint, aber ich halte auch diese Einstellung für gefährlich. Hier wird ein Graben aufgerissen, ein Graben der Intoleranz. Und es sind immer die anderen, über die dann „hergezogen“ werden kann. Am Liebsten über die Pauschaltouristen. Als wäre das nicht eben gerade die Mehrheit der Bevölkerung, hart arbeitend, die sich das ganze Jahr darauf freut ein paar Wochen „Sonne tanken“ zu können.

Es heißt dann immer: Man kann auch vor Ort Urlaub machen. Regional. Mit dem Fahrrad. Zelten. Wandern. All das ist richtig, und – ich liebe diese Art Urlaub zu machen sehr. Ich habe meine halbe Jugend damit zugebracht, mit dem Zug und Fahrrad durch Europa zu fahren. Aber – es war meine freie Entscheidung. Ich hatte viel Zeit und wenig Geld. Ich hatte keine Kinder. Ich wollte etwas erleben. Ich glaube, der regionale Tourismus hat eine große Zukunft, und er sollte gefördert werden.

Aber: die Welt ist groß, und es ist ein Unterschied, ob ich in Brandenburg in einem Café sitze oder in Italien. Es ist ein Unterschied, ob ich in Ägypten sicher 35 Grad Lufttemperatur habe und 28 Grad im Wasser, oder ob ich an der Ostsee bin – wo es auch mal eine Woche regnen kann, genau wenn ich dort bin. Beides ist schön. Und es ist sehr schön, die Wahl zu haben.

Wir Deutsche sind Reiseweltmeister. Das macht diese Diskussion noch fragwürdiger. Wir sind überall auf der Welt zu finden. Was ist denn mit den Chinesen und Indern? In ein paar Jahrzehnten den Afrikanern? Sollen die dieses Recht auf Reisen nicht haben? Oder nur in ihrem Land reisen dürfen, wo doch jeder gerne einmal dieses legendäre „Paris“, „Berlin“ oder „Los Angeles“ kennenlernen würde?

Man kann sich auch einfach die Zahlen anschauen. Die weltweit zurückgelegten Kilometer, ob mit Auto, Bus, Schiff, Zug, Flugzeug – sie steigen. Sie sind die letzten 100 Jahre angestiegen. Die Prognosen sind stabil, meist werden sie überboten. Es gibt keinen vernünftigen Grund zu glauben, dass dieser Trend schon sein Maximum erreicht hätte, nicht einmal im Reiseweltmeisterland Deutschland. Und die Welt wächst weiter zusammen. Distanzen schrumpfen. Für viele wichtige Aufgaben sucht man die besten Talente nicht nur vor Ort. Die Mobilität, ob privat oder beruflich wird weiter zunehmen.

Neben dem Reisen gibt es weitere große Energieverbraucher. Heizung, Industrie, Nahrungsmittelproduktion. Hierzu auch nur ein paar Eckpunkte: Auch wenn die Bevölkerung in immer mehr Ländern nicht mehr wächst – die Quadratmeter pro Kopf an Wohnfläche nehmen weiter zu. Auch in Deutschland. Wir reden ja gerne davon, dass es an Wohnraum mangelt. Es mangelt aber deshalb an Wohnraum, weil immer mehr Menschen in den begehrten Städten leben wollen, und dort auf immer mehr Quadratmeter. Auch diese Wohnungen müssen gebaut werden, mit Energieverbrauch, und beheizt werden.

Die Industrieproduktion wächst auch. Auch hier gilt – glauben wir wirklich wir könnten oder sollten das verhindern? Ist nicht der Wachstum an Wohlstand und Frieden, den wir seit dem 2. Weltkrieg weltweit erlebt haben unmittelbar miteinander verknüpft? Die steigende Lebenserwartung die Folge davon?

Schließlich die Landwirtschaft. Wir werden eine wachsende Bevölkerung (die Prognosen gehen derzeit von einem Maximum von 12 Milliarden Menschen aus, bevor sie wieder sinken wird) ernähren müssen. Das wird nur gehen, wenn wir die Erträge pro Fläche deutlich erhöhen, wenn wir verhindern wollen dass noch mehr Urwald abgeholzt wird um es für Ackerbau und Viehzucht zu verwenden. Ich weiß, dies hören viele nicht gerne, aber auch das bedeutet dass wir nicht weniger, sondern noch mehr Fortschritt in der Landwirtschaft brauchen. Bessere, resistentere Sorten, weniger Verluste bei Anbau, Lagerung, Transport.

All das benötigt mehr, nicht weniger Energie.

Steuern wir also unaufhaltsam auf die Katastrophe zu? Dies glauben leider zu viele, und zu oft lesen wir von diesen Warnungen. Ich möchte hier eine andere, fundierte Meinung vertreten.

1. Die Menschen werden nicht weniger, sondern mehr konsumieren.

2. Appelle an „Konsumverzicht“ mögen punktuell Wirkung zeigen, in der globalen Perspektive sind sie unbedeutend

3. Für Frieden und Wohlstand und eine gerechtere Welt ist ein weiteres Wachstum unverzichtbar, es sollte gefördert und nicht behindert werden

4. Es gibt keine Knappheit an Energie oder Rohstoffen. Beide sind ausreichend vorhanden, auch auf lange Sicht.

5. Was wir brauchen ist weiteren technischen und organisatorischen Fortschritt und besseres Management – und hier sind Marktwirtschaft und gute Politik der Schlüssel

Was bedeutet das konkret? Ich möchte hier besonders auf die Punkte 4 und 5 eingehen, denn hier herrscht die größte „Verwirrung“ aus meiner Sicht.

Es ist für mich klar, es gibt eine „Bedürfnispyramide“, wie sie etwa Maslow formuliert hat. In seiner späteren Version von 1970 sind hier nacheinander:

Physiologische Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, Soziale Bedürfnisse, Kognitive Bedürfnisse, Ästhetische Bedürfnisse, Selbstverwirklichung und Transzendenz

aufgeführt. Es ist klar – ist ein Bedürfnis erfüllt, dann verliert es an Bedeutung, und wir können uns intensiv mit dem nächsten Bedürfnis auseinandersetzen. Aber wir können keine Schritte überspringen. Und damit ist klar: Bis es uns allen so gut geht, dass wir uns alle mit dem „globalen Ganzen“, der Transzendenz beschäftigen werden ist es noch ein Weg. Es gibt keine Abkürzung. Vor allem nicht für die Länder, die erst gerade Hunger oder Krieg überwunden haben. Die Rettung des Globus oder die Lösung des Plastik-Problems wird bei ihnen nicht gleich ganz oben stehen.

Schließlich bezweifle ich aber auch, dass die, die schon alles haben tatsächlich den Verzicht wählen werden. Sicher, ein Prince Charles setzt sich – aus der Perspektive seines Schlosses – für bessere Landwirtschaft und mehr Ökologie, für menschenfreundliche Architektur und viel gute Dinge ein. Ich habe aber nicht gehört, dass er deshalb in ein Reihenhaus gezogen ist, um den ökologischen Fußabdruck zu vermindern. Ich bezweifle sogar, dass dies wesentlich ist. Ich sehe eine Tendenz des Menschen, sich immer weiter entwickeln zu wollen – und halte diese auch für gut. Sie werden vielleicht andere Schwerpunkte wählen sich zu engagieren, wenn die Grundprobleme gelöst sind. Aber das Pendel wird weiter schwingen, zwischen Askese und Ekstase, zwischen Verzicht und der nächsten reizvollen Idee, die mit Konsum verbunden ist.

Schließlich glaube ich auch, dass wir das Wachstum brauchen. Eine Welt ohne Wachstum wäre Stillstand, und Stillstand ist rein physikalisch ist der absolute Nullpunkt an Kälte, physiologisch ist es der Tod. Es ist eher ein falsches Verständnis von Wachstum, dass uns behindert. Es ist das Modell der Begrenzung. Sicher: immer mehr verbrannte fossile Ressourcen mit den Abgasen in der Luft, immer mehr Abfälle und Gifte im Meer, immer mehr Wälder abgeholzt- das wird irgendwann nicht mehr gutgehen. Es ist eine reale Gefahr.

Aber – und das ist für mich zentral: es sind Zwischenstufen, es sind „primitive“ Technologien. Wir haben das Feuer nutzbar gemacht, und jetzt wird zu viel verbrannt. Aber die nächste Stufe der Entwicklung ist längst da. Vor 150 Jahren wurde der Strom nutzbar gemacht, was auf uns wartet ist das Zeitalter der zweiten Welle der Elektrizität. Hier war auch Lenin visionär: Es ist die Elektrifizierung, die den Globus verändern wird. Strom an sich erzeugt keine Abgase, verbraucht keine Ressourcen. Man muss ihn nur nachhaltig erzeugen. Und es gibt sie, diese unerschöpflichen Energiequellen. Seit Milliarden von Jahren scheint die Sonne und weht durch sie erwärmt der Wind. Sie wird weiter scheinen, der Wind wird weiter wehen, die nächsten Milliarden von Jahren.

Und – wir können sie nutzbar machen. War das vor 50 Jahren eine Vision, eine kühne Vision, so ist es jetzt Wirklichkeit. Nicht nur etwas, das im Labor funktioniert, oder für ein paar alternative Bastler reizvoll ist. Es ist auch konkurrenzfähig. Ein einmaliges Beispiel, wie Ökonomie und Ökologie sich gegenseitig befruchten. Am Anfang standen viele Ideen, es kamen Jahre der Forschung und Entwicklung, der kleinen und großen Versuche dazu, der besten Idee zum „fliegen“ zu verhelfen. Jetzt haben wir die Beispiele, sie stehen nicht irgendwo, sie sind in Deutschland zu finden. Draußen in der Nordsee stehen die Windkraftanlagen, die Strom liefern, nicht nur etwas Strom, nein im Gigawattbereich. Die neuen Felder ersetzen ganze Atomkraftwerke und erzeugen günstigen Strom.

Und durch die vielen Solarzellenpanels auf bayrischen Bauernhöfen, brandenburgischen Wiesen und schwäbischen Häuslebesitzern wurde auch für Solarzellen ein Preisverfall erreicht, der unvorstellbar war. Er hat, wie es die Ökonomie erwarten lässt, in eine harten Wettbewerb viele Anbieter aus dem Markt gedrängt. Die verbliebenen bauen aber in solchen Stückzahlen Solarpanels, so günstig, dass letztes Jahr bei der Neuinstallation weltweit mehr regenerative Energie installiert wurde als in konventionelle Kraftwerke. Kohle, Öl, Gas. All das, was so unerreichbar fern erschien, so visionär.

Der weitere Weg ist deshalb klar, und wir müssen ihn energisch beschreiten. Er lautet als Ziel. 100% regenerativ. Weltweit. Nicht nur die Stromerzeugung muss und wird auf 100% regenerativ umgestellt werden, alle Energieerzeugung muss am Ende (bis auf kleine Nischen) durch regenerative Energien erfolgen. Ist das ein kühner Traum? Nein, überhaupt nicht. Wie es der ehemalige amerikanische Vizepräsident Al Gore mit großem Einsatz weltweit verkündet: Es ist das größte Geschäft der Neuzeit. Es wird tausende von Milliarden Euro Investitionen bedeuten, und Arbeitsplätze für die nächsten 50 Jahre erzeugen, weltweit.

Die Analysen sind realistisch, es gibt sie jetzt schon, die Studien die zeigen wie man es machen muss. Es bedeutet vor allem ein starker Ausbau von Sonne und Wind. Weltweit. Es ist lächerlich zu behaupten es gäbe nicht die Flächen in Wüste und auch im Meer, die man dafür benötigt. Dort, wo es weniger Sonne gibt, gibt es meist mehr Wind. Und man braucht neue, bessere Netze, die intelligent auf Schwankungen reagieren können. Eine Art Internet des Stroms. Mit dezentralen Knoten, und großen Transatlantikkabeln, die die Kontinente verbinden. Denn es weht immer irgendwo der Wind und es scheint immer irgendwo die Sonne. Und man braucht Speicher, viel Speicher. Das können Wasserpumpkraftwerke sein oder Bleiakkus, Lithium-Batterien, Wasserstoff oder noch zu entwickelnde Technologien.

Und Schritt für Schritt wird alles auf Strom umgestellt werden. Die Elektroflugzeug-Prototypen sind bei Airbus schon in der Entwicklung, das erste wird ein Regionalflugzeug sein. Für Schiffe wird es Lösungen geben. Für Autos sowieso, für Lastwagen auch. Bei Wohnungen kann über die richtige Bauweise ein minimaler Energieverbrauch erreicht werden, der Rest kann mit Strom und Wärmepumpen erzeugt werden. Es wird funktionieren. Und so können wir auch weiter reisen, fliegen, heizen, lange warm duschen, neue Produkte kaufen. Mit einem guten Gewissen.

Man kann über die Chinesen viel Gutes oder Schlechtes sagen. Aber nicht, dass sie diesen Trend verschlafen. Nein, sie sind ganz vorne dabei. Sie propagieren und bauen die neuen Hochvolt-Gleichstromleitungen, die man dafür braucht. Sie investieren radikal in Sonnenenergie, mehr als die Welt zusammen. Sie bauen das größte Hochgeschwindigkeitszugnetz der Welt. Und sie wissen – auch ihre Bevölkerung wird sich den Smog und die Luftverschmutzung nicht mehr lange bieten lassen, die das schnelle Wachstum mit Kohlekraftwerken gekostet hat. Und sie bauen Batteriefabriken. Denn wohin am Besten mit dem Strom, der an manchen Stunden und Tagen im Überfluss anfällt. Man kann damit die Speicher der Elektroautos füllen, vielleicht eines Tages auch jedes Haushaltsgeräts, wenn es per „Vorschrift“ einen kleinen Speicher enthält, der Strom speichern und abgeben kann. 2 Milliarden Kühlschränke mit einer kWh an Speicher – schon wäre ein Großteil des Pufferbedarfs gelöst.

Das ist nur eine Idee. Es werden viele Ideen entwickelt werden, und die besten sich durchsetzen. Wir in Deutschland haben mit dem Energieeinspeisungsgesetz schon einmal gezeigt, wie man es machen muss. Es muss entschlossen in diese Richtung weiter gehen. Bis die Welt 100% regenerativ ist.

Und das CO2 in der Luft? Wie bekommen wir es heraus? Auch hier werden Technologien entwickelt werden. Diese brauchen aber selbst große Mengen an Energie. Viel einfacher erscheint mir eine andere Lösung. Pflanzen, Bäume. Wir müssen herausbekommen, welche Pflanzen wie am umweltfreundlichsten am meisten und am schnellsten CO2 aus der Luft holen. Und global Bäume pflanzen. Die Welt war einmal fast überall mit Bäumen bedeckt. Wir können den Planeten wieder begrünen. Dies findet bereits statt, seit dem 2. Weltkrieg wurden weltweit große Flächen aufgeforstet. Eine kurze Recherche zeigt aber – es gibt noch keine verlässlichen Daten dazu, wie man mit Pflanzen CO2 am besten aus der Luft holt. Auch das eine verlockende Aufgabe, wir bräuchten in Deutschland hierzu die besten Forscher. Es wird kommen.

Wir können es schaffen. Global und lokal. Auch hier gibt es schon viele Initiativen in vielen Ländern. Auch das muss zur globalen Chefsache erklärt werden. Weil es so einfach und einleuchtend ist, denn es verbessert auch die Lebensqualität der Menschen. Und mit dem unvermeidlichen Anstieg an Temperatur umgehen lernen. Er mag ja auch Chancen für viele Länder bieten. Andere muss man unterstützen. Aber auch der Großteil von Holland liegt unter dem Meeresspiegel, warum sollte man nicht auch in Bangladesch für den Anstieg des Wassers eine Weg finden?

Bleibt die Frage der Rohstoffe und Abfälle. Auch hier ist die Lösung offensichtlich. Es wird von diesem Planeten kein Atom verloren gehen. Kein Tropfen Wasser. Die Natur macht es vor, seit Milliarden von Jahren produziert sie im Überfluss und recycelt. Sie lässt die Kastanie tausende von Kastanien produzieren, nur eine wird zum Erhalt der Bäume benötigt, alle andere sind „Überfluss“. Das muss unser Vorbild sein. Wir können so viel wir wollen produzieren, mit Energie die von der Sonne kommt und mit Rohstoffen die wir in eine Kreislaufwirtschaft einbinden.

Hier liegt noch ein längerer Weg vor uns, aber er ist technisch und organisatorisch lösbar. Wir müssen es nur anpacken. Es gibt auch keine Knappheit an Wasser auf diesem Planeten, wir müssen das Wasser nur effizient nutzen und besser verteilen. Selbst beim kritischen Thema Meerwasserentsalzung gibt es große Fortschritte zu verzeichnen. Bald wird auch hier der technische Fortschritt Wasser günstig ohne CO2-Belastung dort verfügbar machen, wo es jetzt noch knapp ist. Etwa, um das Bevölkerungswachstum von Afrika zu ernähren.

Selbst beim kritischen Thema Plastik sehe ich nur diesen Weg. Eine Welt ohne Kunststoffe ist eine Illusion. Auch hier werden wir den Trend nicht umkehren, denn Kunststoffe haben die Welt verbessert. Was wir aber sicherstellen müssen – diese müssen entweder wiederverwendet, verbrannt oder biologisch abgebaut werden. Und es muss verhindert werden, dass Plastik erst in Flüssen, und dann im Meer landet. Für einen Zwischenzeitraum wird die „thermische“ Nutzung dieses Erdölprodukts eine vernünftige Lösung für die Situationen sein, wo wir noch nicht ganz auf Verbrennungskraftwerke verzichten können. Es gibt viele Techniken, wie man dies umweltfreundlich machen kann.

Aber am Ende werden wir auch hier von der Natur lernen. Es gibt praktisch nichts, was sie nicht kann. Es gibt sie, die Bakterien und Würmer, die Kunststoffe verspeisen, und ich glaube sogar, sie werden ohne unser Zutun ein Großteil der Arbeit selbst erledigen. Denn wo eine Aufgabe ist, wo Nahrung ist, da findet die Natur auch durch gezielte Punktmutationen in wenig Generationen einen Lösung diese Nahrung nutzbar zu machen.

Für die Kreislaufwirtschaft gibt es gewaltige Aufgaben, die vor uns liegen. Sie werden eine der zentralen Industrien neben Tourismus und Gesundheit sein, die weltweit die Arbeitsplätze der nächsten 50 und 100 Jahre schaffen werden. Denn die künstliche Intelligenz und die Roboter kommen, das ist klar. Und dennoch: Wir werden mehr als genug Arbeit haben, auch in Deutschland. Wir werden deswegen auch weiter Zuwanderung brauchen, denn sonst fehlen uns die Arbeitskräfte.

Wir werden die Probleme lösen und können uns für unsere Kinder auf eine großartige Zukunft freuen können, davon bin ich überzeugt. Es gibt derzeit viele Probleme, viele Herausforderungen. Aber kein Grund zum Pessimismus. Und Verzicht ist keine Lösung, denn ohne Konsum funktioniert die Wirtschaft nicht, und dann fehlt das Geld und der Konsens, diese wichtigen Umweltfragen anzugehen.

Vor allem gilt es jetzt, den Optimismus zu verbreiten dass es sich lohnt, und die Aufgaben anpacken, um den Menschen eine gute Zukunft zu bereiten und die Natur auf diesem wunderbaren Planeten zu erhalten.

Ich freue mich darauf.

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