Durchs Urubamba-Tal, das „heilige Tal der Inkas“

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5. Juli 2018, 16.52 Uhr, Aguas Calientes, am Fuße von Machu Picchu, Peru, im „Valle Sagrado de los Incas“

Das “heilige Tal der Inkas” entlang des Rio Urubamba ist nicht nur klimatisch mit seinem Frühlingklima eingerahmt von schneebedeckten Bergen wunderschön.

Es hat auch neben den bekannten Ausgrabungsstätten wie Pisac und natürlich Machu Picchu viele verborgene und versunkene Städte, die im Bergurwald noch zum großen Teil nicht ausgegraben sind und nur mit anstrengenden Trekking-Touren zu erreichen sind.

Etwa die „kleine Schwester“ von Machu Picchu, Choquequirao, eine nur durch einen zwei Tages-Treck erreichbare Urwaldruine, die nur zu 30% bisher ausgegraben ist.

Oder Huchuy Qosqo, von Calca oder Cuzco aus in einem Tag zu Fuß zu erreichen. Doch sehe ich hinter Calca ein Plakat mit einer Seilbahn darauf. Hier ist die erste Gondelbahn in den peruanischen Anden geplant, sie soll Huchuy Qosqo mittels österreichischer Doppelmayr – Technik leicht erreichbar machen. http://latina-press.com/news/231534-peru-vereinbarung-fuer-seilbahn-nach-huchuy-qosqo-unterzeichnet/

Baubeginn soll im Herbst diesen Jahres sein.

Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg! Denn: vergleicht man, was in jedem beliebigen Skiort in den Alpen an Andrang herrscht, ist es hier im berühmtesten Tal der Anden weiterhin verwaist. Ich halte das Potential für riesig und umweltfreundliche Transportmitteln für die große Mehrheit der Touristen die sich noch nicht fit für mehrtägige Bergwanderungen hält für wertvoll – insbesondere um weitere spannende Alternativen zu Machu Picchu erreichbar zu machen.

Ich sehe ja gerade im ökologisch sensiblen Tourismus einen Megatrend, der für viele Länder der Welt die größten Entwicklungschancen bietet. Und ich glaube, dass neben der Gesundheit der Tourismus die größte „Industrie“ der Welt werden wird, mit gewaltigen Chancen. Denn beide bieten personalintensive Betätigungsfelder für die lokale Landbevölkerung, ohne dass Hightech-Produkte produziert werden müssen, die Ressourcen verbrauchen. Und sie bedienen ein prinzipiell praktisch unbegrenztes Wachstumsfeld.

Wir etwa hätten natürlich Zeit und Geld in etwas Handfesteres stecken können als eine Weltreise von einem Jahr. Aber zugleich ist das teure Auto oder das große Haus nicht für alle das große Ziel – jedenfalls nicht für uns.

Erfahrungen und Gesundheit im weiteren Sinne, also nicht nur körperliche, sondern auch seelische und „spirituelle“ Gesundheit , die etwa die Erfahrung der Verbindung beinhaltet ist wertvoll- am Ende für mich am wertvollsten.

Und Verbindung mit den Menschen, der Natur und so viele wunderbare Erfahrungen, wie sie etwa Reisen ermöglicht ist kostbar.

Denn es hilft zu sehen, wie schön die Welt ist und wie tolle Menschen auf ihr wohnen, um Mensch und Umwelt für schützenswert zu halten. Kinder spüren das noch am Ursprünglichsten- sie spielen genauso begeistert mit peruanischen Kindern Fußball wie daheim.

Und einer der besonderen Erfahrungen beim Reisen als Familie ist vor allem die viele Zeit zusammen. Tag und Nacht, in einem Wohnmobil, Auto, Zimmer oder einfach nur draußen – es ist eine Nestwärme, ein Gruppenerlebnis, eine Erfahrung fürs Leben die bleiben wird, für uns alle.

Ich freue mich zu sehen, wie gut schon die Anreise durch das Urubamba-Tal funktioniert. Überall sieht man neue Bauten aus Adobe, den traditionellen Lehmziegeln, mit den klassischen trapezförmigen Fenstern. An einer Aufzuchtstation können die Kinder Kondore fliegen sehen, mit ihrer gewaltigen Spannweite.

Wir halten in Pisac, einer großartigen Anlage mit ihren typischen Terrassen (Andenes) genannt. Nach ihnen wurden von den Spaniern die Berge in Peru als Anden bezeichnet.

Weiter geht es nach Calca, wo wir in einer wunderschönen Pension ‚Casa Aida‘ übernachten. Es ist ein Künstler, ein Maler, der sich dort mit seiner Frau Aida ein kleines Idyll geschaffen hat und drei Zimmer an Gäste vermietet. Da es Freunde unserer alten Freunde aus Lima sind, ist der Empfang um so herzlicher.

Und dann geht es schließlich nach Ollantaytambo, unserem Start der Zugfahrt nach Machu Picchu.

Wir nehmen den dort den Zug von IncaRail, seit 4 Jahren gibt es einen Wettbewerber zum klassischen PeruRail Zug.

Die Fahrt ist eine moderne Fahrt in die Vergangenheit. Wir reisen zu einer der wenigen Orte auf der Welt, die nur zu Fuß oder per Zug zu erreichen sind. Die über 100 Jahre alte Schmalspurbahn schmiegt sich harmonisch in immer engeren Kurven den Flusslauf des Urubamba 1000 Höhenmeter Meter hinab bis Aguas Calientes.

Toll gemacht, gibt es einen Aussichtswagen ohne Glasscheiben , die Kinder und ich lieben ihn! Der neue 360-Grad-Zug ist wirklich gelungen , man kann durch die Dachfenster wirklich die schneebedeckten Gipfel sehen!

Entlang des Weges sieht man den Anfang des Inka-Trails, jenem historischen Zugang zu der Urwaldstadt, der über 4000 Meter Höhe in drei Tagen führt. Damals, 1987 bin ich auch diese Strecke gewandert, damals noch ganz ohne Träger oder Führer. Und überall, auch entlang der Eisenbahn sieht man die Spuren der Inkas, die vor über 500 Jahren den Höhepunkt ihrer Blütezeit erreicht hatten, als letzte der Indianerkulturen, die seit über 10.000 Jahren Südamerika besiedelt haben.

Sie waren herausragende Baumeister, die ihre Terrassenbauten schon mit unterirdischen Entwässerungsanlagen gegen Erosion und Überschwemmungen geschützt hatten und deren Straßen und Wege den südamerikanischen Kontinent von Kolumbien bis Chile durchzogen.

Und natürlich sind die Indianer auch für uns moderne Menschen oft eine Inspiration, weil sie eine mit Natur und Umwelt verbundene Lebensweise pflegten, mit nachhaltiger Nutzung der Ressourcen und einem ungeheueren Wissen über die Pflanzen und Kräuter des Urwaldes. Sie haben uns die Tomaten, den Kakao, die Kartoffeln, den Mais, die Avocado und viele weitere Nutzpflanzen gebracht.

Aber auch ihre Kenntnisse über psychoaktive Kakteen, Pilze, Lianen, Blätter, Kräuter, und sogar Frösche hat und beeinflusst unsere Wahrnehmung der Welt weiterhin nachhaltig.

Die Wissenschaft beginnt gerade erst wieder diese Substanzen in legalen Studien zu erforschen, und es ist ein großes Potential für Heilung, aber auch für das Verständnis unseres Gehirns und des Rätsels Bewusstsein erkennbar.

Selbsterfahrung und „spirituelle“ Sinnfindung stehen hoch im Kurs, ob im Silikon Valley oder in London oder Berlin. Auch hier werden die indianische Kulturen mit Ihrem Erfahrungsreichtum und ihrer ganzheitlichem Weltsicht weiterhin viel an Attraktivität gewinnen. Und Reisen in den Urwald, an „Kraftorte“ und ursprüngliche Gegenden für die wachsende Zahl der Großstadtbewohner der Megametropolen dieser Welt wichtiger werden, auch für Peruaner aus Lima, das haben wir auch in Gesprächen erfahren. In diesem Sinne sehe ich eine wichtige und große Zukunft für das Urubamba-Tal, das „Valle sagrado de los Incas“.

Morgen früh geht es um 5.30 hinauf nach Machu Picchu.

Abfahrt in Ollantaytambo

Ruinen von Pisac

Casa de Aida in Calca

Fahrt nach Machu Picchu

Einstieg zum Inka-Weg

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