Montag, 18. Juni 2018, 13.44 Uhr, Hotel Fondo Ayarpongo, Churin, Peru

Ich sitze in der Sonne in der Bergluft, man hört den Bach rauschen. Ich bin sehr glücklich, wieder zurück in meinem Peru zu sein. Es ist so herrlich, von der nebligen Wüste nach 120 Kilometer wieder in die Sonne zu kommen. Alle im Auto waren begeistert, als die Sonne herauskam, das Tal begann und in der Mitte der Fluss rauschte, links und rechts von Maisfeldern eingesäumt. Immer karger und felsiger wird die Landschaft. Nadine findet eine super Musik, Christian Löffler, und die Jungs entdecken dass man das Dach vom Auto aufmachen kann und sie stellen sich in den Fahrtwind. Herrlich ist es, wunderbar. Ein tiefes Glücksgefühl durchströmt mich, mit meiner Liebsten und meinen Kindern durch Peru zu reisen. Mit dem Auto, es ist ein toller Wagen, ein SUV mit Vierradantrieb. Man kann damit wunderbar die Geröllabschnitte fahren, wo die Straße von den letzten Erdrutschen nur einspurig ist.

Und jetzt sind wir in einem grünen Idyll gelandet, ein Hotel der Dorf-Kooperative von Ayarpongo. Und die Jungs sind wieder glücklich, es ging immer auf und ab in der Stimmung. War es unten im Tal noch das zweitbeste Land auf der Welt nach Hawaii, sind nachher alle erstaunt und bald erschöpft dass es in der Sonne doch heiß ist. Hieß es doch gestern Abend noch, wir müssten uns auf Eiseskälte einstellen. Aber wenn es Nachts 0 Grad werden kann, heißt das noch lange nicht das es in der Sonne nicht mittags heiß wird. Und hier in Peru steht die Sonne auch im Winter praktisch senkrecht.

45 Kilometer sind wir schon morgens früh gefahren, fast zwei Stunden durch Lima Richtung Norden heraus, bis zum ersten Mal die Häuser an der Straße weichen und die Wüste sichtbar wird. Lima ist eine Megastadt mit über 10 Millionen Einwohnern. Es ist eine heftige Stadt, im Winter das ewige Grau und braun, ein überlastetes Straßennetz ohne Schienenverkehr und sehr wenig grün. Aber zugleich – es hat sich viel getan in den letzten 40 Jahren, man sieht praktisch keine Wellblechhütten mehr, es sind alles Häuser aus Ziegel, meist mehrstöckig, die sich bis zum Horizont in alle Richtungen erstrecken. Und in Miraflores ist es richtig modern, mit Glashochhäusern und schicken Restaurants.

Peru ist ein Land der Extreme. Dieses Land hat mich sicher geprägt. Ich liebe immer noch Extreme und finde eine rauhe, wilde Welt oft sehr beruhigend und vertraut. Und es gibt dann ja nach so viel Sand, Geröll und wilder Ziegelsteinwelt außerhalb von Lima oder in kleinen Parks und Gärten eine wunderbar vielseitige Natur. Man braucht aber Geduld.

Nach zwei Stunden Richtung Norden beginnt keine klassische Wüste, sondern ein Nebelgebiet. Die Panamerikana ist von Warnschildern geprägt, die Autos machen das Warnlicht an, die Sichtweite ist 20 Meter oder geringer. Schließlich biegen wir ab ins Landesinnere. Halten an einem Fluss, der erste Stop nach der Tankstelle heute morgen in Lima noch. Alle sind guter Stimmung, wir haben es geschafft. Die Sonne ist wieder da. Und wir sind in Peru auf dem Land mit dem eigenen Wagen unterwegs.

Dann noch mal eine Durstrecke, als es immer heißer wird und lauter Geröllabschnitte kommen. Doch schließlich erreichen wir einen verstaubten Bergort, wo eine kleine unbefestigte Straße rechts hinauf zu unserem Hotel führt. Es ist eine schöne, großzügige Anlage. Die Kinder spielen mit dem Wasserschlauch, es gibt grünen Rasen und ich lege mich in die Sonne und schlafe kurz ein. Ein Alpaca grast, rund um uns herum Bergwände, die Sonne scheint, es ist grün. Herrlich. Und so brechen wir nach kurzer Rast (die dünne Höhenluft, obwohl nur 2300 Meter macht einen müde) in den Ort auf. Das Bad ist urtümlich und das Wasser im Bad das noch offen hat nur 25-30 Grad warm, aber alle sind happy. Das Essen im Restaurant schmeckt, und es ist gar nicht so kalt wie befürchtet.

Dienstag, 19. Juni 2018, 11.30 Uhr, Hotel Fundo Ayarpongo, Churin, Peru

Wir sind 300 Meter aufgestiegen, gleich nach dem Frühstück ging es los. Lysander wollte die Berge hinter dem Haus hoch, und ganz oben sah man ein weißes Tor, hoch über uns. Wir haben es geschafft. Es ist ein tolles Wetter, trocken und nachts kühl, morgens wenn die Sonne herauskommt wird es warm. Ein kühler Wind aber weht und macht es angenehm.

Morpheus läuft einfach so mit. Tara wird immer wieder getragen, ist dann aber wieder mit dabei. Und eine steile Abkürzung zum Ende haben wir alle zusammen gemeistert, auf allen Vieren und mit Tara auf dem Rücken. Velis war aufgeregt, denn es erwarteten ihn Bienen und zwei wilde Hunde ganz oben, er war die Vorhut. Es ist erstaunlich, wo alles Straßen hochführen und dass es dort oben immer wieder kleine Anbauflächen gibt. Ein einsamer Bauer empfing uns ganz oben am Tor und schaute uns groß an. Noch sind wir an die Höhenluft nicht gewöhnt, obwohl es hier nur 2300 Meter sind spürt man die dünnere Luft deutlich und ist schneller außer Atem.

In Peru in den Bergen zu sein ist noch einmal ein ganz anderes Erlebnis, das wir bisher auf der Weltreise nicht hatten. Es gibt kein Internet und kein Handyempfang, aber mit der Satellitenschüssel Fernsehempfang, also geht auch für uns die WM weiter.

20.46. Uhr. Es war so schön in den Bädern. Jetzt ist alles geschafft, so fühlt es sich an. Die Reise ist vollständig, von an ist alles nur noch Bonusmaterial. Ich war mit meinen Kindern wieder in den heißen Quellen von Churin, einer Kindheitserinnerung. Es war super schön dort und einfach malerisch am Fluss gelegen, mit vielen Becken und tollen Aussichten. Dankbarkeit. Es war richtig warm, und wir hatten Sonne satt. Auch danach das Essen im Ort war super, die Forelle als Suppe, wunderbar. Jetzt kann es morgen weiter in die Berge gehen, knapp unter 5000 Meter hoch. Ich bin dankbar und aufgeregt.

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