Mittwoch, 20. Juni 2018, 21.29 Uhr, Hostel Normandie, Tarma, Peru

Unser Ziel ist Oxapampa, im Bergurwald auf der Ostseite der Anden gelegen. Wir haben drei Tage Fahrt eingeplant. Heute waren wir den größten Teil der acht Stunden Fahrt auf Schotterpisten unterwegs, auf über 4000 Meter. Eine abenteuerliche Fahrt. Nadine meinte zu Recht, das hätten wir alle am Anfang der Reise nicht geschafft. Am meisten hat Lysander heldenhaft mit der Übelkeit gekämpft, Tara schlief fast den ganzen Tag vorne bei Nadine zu Füßen auf dem Boden.

Velis und Morpheus waren dagegen putzmunter und ließen es sich nicht nehmen, am Ucchuchacua-Pass auf 4737 Meter zum Schnee hinauszurennen.

Dies war ein kleiner, wenig befahrener Nebenpass, der uns über wilde Straßen an tiefblauen Seen und lange Hochebenen nach Cerro de Pasco führte, mit 4330 Meter eine der höchsten Städte der Welt.

Dort wird Blei, Zink und Kupfer, aber auch Silber und Gold abgebaut. 70.000 Menschen leben hier bei einer Temperatur von 4 Grad im Jahresmittel.

Dort trafen wir wieder auf die Hauptstraße von Lima in den Urwald, die uns gut ausgebaut weiter nach Tarma führte.

Es ist eine faszinierende Welt dort oben in den Anden. Erst ab knapp 5000 Meter liegt Schnee, es leben Alpacas und Schafe dort oben und einsame Siedlungen unterbrechen die ewige Weite.

Mich hat diese Welt schon als Kind fasziniert und in ihrer fremdartigen Schönheit in den Bann gezogen. Die dünne Luft macht einem zu schaffen, typisch ist Kopfschmerz. Aber man ist auch high, entrückt, der Himmel ist tiefer blau und die Seen atemberaubend schön.

Es war klug Peru an das Ende unser Reise zu setzen. Wir sind jetzt eingespielte Reisegefährten, alle haben es großartig gemacht und für mich ist es ein absoluter Höhepunkt hier meinen Kindern reisen zu können. Und Peru ist einfach ein faszinierendes Land, ein Land der Extreme. Es zieht auch Abenteurer an. Auf dem Weg zum Pass sahen wir auch zwei junge Radfahrer, voll ausgestattet, die den gleichen Weg wie wir nahmen. Atemberaubend.

Wir bekamen noch ein leckeres Essen aus dem Restaurant unserer originellen Herberge. Höchste Zeit, alle waren schon ganz zittrig von einem Tag mit Cola, Keksen und Maracujas. Mittlerweile sind es Venezuelaner, die mit Familie hier her zum Arbeiten kommen, auch im letzten Hotel arbeiten sie in der Küche. Der „sozialistische“ Weg, den dieses einst wohlhabenden Land eingeschlagen hat treibt die Menschen zur Flucht – das früher arme Peru ist jetzt das Ziel.

Morgen um 10 spielt Peru gegen Frankreich – draußen wird jetzt schon gefeiert. Wir werden es anschauen und mitfiebern und danach von jetzt 3100 Metern ins Tiefland fahren, mit dem Ziel Oxapampa.

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