Mojave Wüste und Colorado River

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Montag, 28. Mai 2018, 21.17, Mojave desert, Hole in a Wall campground

Grillen zirpen. Mondschein. Büsche und Kakteen in einer Felslandschaft. Noch ein weiterer Wagen in der Ferne, sonst sind wir allein. Amerika wie aus dem Bilderbuch.

Mit meinen Jungs mache ich zur Dämmerung eine Wanderung rund um die beiden Anhöhen durch markante Felslandschaften mit großen Löchern. Es gibt Kletterabschnitte mit Ringen. Die Jungs machen es gut. Und ich liebe es nach der Fahrt mich noch zu bewegen.

31.Mai 2018, 14.11 Uhr, Pirates Bay Camp, Needles, California, am Colorado an der Grenze zu Arizona.

Für Lysi ist es der coolste Campingplatz. Ich bin begeistert vom klaren kühlen Wasser und dem Sandstrand mit einer schattigen Bucht direkt vor unserem Platz. Es gibt sie einfach, die traumhaften Plätze. Man muss sie nur suchen. Es sieht genau so aus wie auf der Luftaufnahme die mich gleich begeistert hat. Und es ist gut, außerhalb der Hauptsaison unterwegs zu sein.

Ein traumhafter Ort am Wasser. Der Colorado ist kühl, super klar und hat eine türkisblaue Farbe. Und es gibt kleine Sandstrände in Buchten. Dazwischen kann man mit dem Wohnwagen direkt ans Wasser vorfahren. Es gibt Strom, Wasser und Abwasser und so kann man die Klimaanlage betreiben, die man auch braucht bei der Temperatur von um die 40 Grad. Aber es fühlt sich nicht so heiß an, da es super trocken ist, man schwitzt überhaupt nicht und es weht ein erfrischender Wind.

Vor allem aber kann man sich im Colorado immer wieder erfrischen.

Mit den Jungs zusammen lassen wir uns weit treiben, gehen drei Buchten weiter stromaufwärts und schwimmen dann heraus. Ist man erst einmal aus der Bucht heraus, hat es eine kräftige Strömung die einen mitnimmt. Es sieht surreal wie in einem Film aus, wenn aus dem türkisblauen Wasser heraus geschaut draußen Wüstenberge vorbeiziehen.

Wir sind hier in Californien, auf der anderen Seite des Flusses liegt Arizona. Wasser in der Wüste, das hat mir schon immer gefallen. Es erinnert mich an den Nil in Luxor, an den Orange River in Namibia. Camps am Fluss waren auch für die Kinder immer die liebsten Plätze. Wie Velis meinte: Im Meer ist es salzig und im Swimmingpool ist Chlor. Hier ist das Wasser frisch und sauber. Und für Lysander war es gleich bei der Ankunft „das beste Camp der Reise“.

Es ist weitläufig, zur Rezeption und dem Shop kann man einen Shuttle bestellen. Die Meile durch die Wüste in der Hitze kann man nicht wirklich laufen.

Es gibt in einer Bucht einen Yachthafen, und so brausen schnelle Motorboote mit ihren tief brummenden Schiffsmotoren hier vorbei. Und der Nachbar mit dem man sich einen Privatstrand teilt hört gerne Rockmusik, laut. Aber es ist eine freundliche Atmosphäre und ich kann mir vorstellen dass es hier an den Wochenenden und im Sommer auf lange voraus ausgebucht ist. Denn wir sind nur 4 Stunden von LA weg und drei Stunden von Las Vegas, und man hat sozusagen einen Traumstrand am kristallklaren Wasser mitten in der Wüste für sich.

Der erste Ort seit unserem Aufbruch in Seattle außerhalb der Städte, an dem wir auch eine zweite Nacht bleiben bisher.

Wir sind aber auch weit gekommen in den letzten drei Wochen seit unserem Start in Seattle. Und die USA ist besonders hier an der Westküste ein großes Land mit viel Platz und viel wunderbarer Natur.

Über 9 Monate sind wir jetzt schon unterwegs. Und zwei Monate liegen noch vor uns. Jetzt kommt bei allen die Rückkehr näher. Wie wird es sich anfühlen, in unsere alte Wohnung zurück zu kommen? Wird es wieder „unsere“ Wohnung, jetzt, wo so viele Menschen aus aller Welt darin gewohnt haben?

Und ich welche Klasse oder Gruppe kommen die Kinder? Bei den Kita-Kindern Morpheus und Tara ist noch alles offen. Wir hoffen auf eine Rückkehr in die alte Kita, in der auch schon Velis und Lysander waren, nehmen aber auch alle anderen Möglichkeiten offen an. Sonst bleiben die Kinder eben erst mal zuhause.

Bei Velis und Lysander hat sich alles zum Glücklichen gefügt. Velis kann in seine alte Klasse zurück, Lysander hat einen Platz in der 7. Klasse seiner Wunschschule in Weißensee bekommen. Wir sind dankbar für diese Nachrichten der letzten Tage und wissen, das war nicht selbstverständlich.

Und vom Stoff her sehen wir klar, dass sie enorm an Selbständigkeit gewonnen haben. Sie wissen, was der Lehrstoff ist und setzen sich immer wieder selbständig hin, um ihn zu erarbeiten. Aber natürlich sind wir auch glücklich, jetzt zum Abschluss noch einmal mit meinen Eltern professionelle Unterstützung zu haben. Und ein Deutsch- Privatunterricht beim Opa oder in Englisch bei der Oma mit ihren 40 Jahren Schulerfahrung hat doch eine ganz andere Intensität, wie wir sie kaum erreichen können. Und dennoch – es wird sicher auch die eine oder andere Herausforderung sein, wieder in das deutsche Schulsystem zurückzukehren. Aber die Freude überwiegt.

Hier in der Mojave-Wüste liegen die ersten Solar-Großkraftwerke. Vor dem Solarzellenboom, der durch Deutschland ausgelöst wurde hier die größte installierte Kraftwerkskapazität erreicht. Denn die Bedingungen sind ideal, die Sonne scheint praktisch das ganze Jahr und es gibt dank der Lufttrockenheit kaum Korrosion. Deshalb werden hier auch Fahrzeuge in großen Parks aufbewahrt – und auch ausgedienten Düsenjets oder auch derzeit nicht benötigte neue Maschinen.

Man sieht auch viele Windkraftwerke, allerdings noch der älteren Generation, eher kleinere Anlagen. Ich bin aber sicher, dass hier in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ein großer Boom an regenerativer Energie bevorsteht. Die Bedingungen sind einfach ideal.

In Californien setzt man auch weiter viel auf die Kombination von Natur und Erholung. Neben unserem Camp hier wird ein großes Flussgebiet seitlich des Colorado wieder renaturiert. Es sind neue alte Wasserflächen, die so entstehen und für gefährdete Tierarten, aber auch Wassersport ohne Motor zur Verfügung stehen werden. Noch ist es alles Wüste mit Bulldozern. Es wird sicher sehr schön werden. Und wir genießen diese Oase in der Wüste schon den zweiten Tag.

Morgen geht es weiter in Richtung Grand Canyon.

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