Mittwoch, 9. Mai 2018, 23,42 bei Seattle, Walmart Orchard

Seattle ist eine erstaunliche Stadt. Hügelig wie San Francisco, sieht man hinter Meeresarmen schneebedeckte Gipfel. Es ist super grün hier, und alle sind sehr freundlich zu uns.

Seattle prägt unsere Welt mit. Es ist die Heimat von Boeing, dem lange größten Flugzeughersteller der Welt. Was wäre die Welt ohne das Jet- Zeitalter, eingeleitet vom umgebauten Langstreckenbomber Boeing 707. Mit ihm begann die Welt zu schrumpfen. Mit der Boeing 747 wurde Anfang der 70er Jahre das erste Mega-Flugzeug gebaut- weil der Pan-Am-Chef und der Boeing-Chef sich trafen und sagten: „wenn du das baust, dann kaufe ich es! Wenn du das kaufst, dann baue ich es“.

Die Jungs waren begeistert vom Museum of Flight in Everett, Oma und Opa nahmen sie mit. Aber das ist schon eher Geschichte. Die Zeit, als die USA noch mit Ihren Industrie-Produkten glänzten.

Dann kam ein gewisser William Henry Gates III, geboren in Seattle. Besser bekannt als Bill Gates. Er änderte das Spiel auf der ganzen Welt. Ein Streber mit Kastenbrille wurde mit der Software von Microsoft zum reichsten Mann der Welt. Ein Produkt dass man nicht anfassen kann. Aber es gibt fast niemand auf der Welt mehr, der nicht mit seiner Software arbeitet. Der erste Mensch, der mehr als 10 Milliarden Euro gespendet hat, vor allem um die Kinderkrankheiten der Welt mit ihren Millionen von toten Kindern zu bekämpfen. Heute, 20 Jahre später sind die Erfolge bereits so groß, dass vermutlich Millionen Kinder ihm sein Leben verdanken, vor allem in Afrika. Er will sein gesamtes Vermögen von fast 100 Milliarden an seine Stiftung spenden – die Bill and Melinda Gates Foundation.

Aber auch seine besten Zeiten sind vorbei. Es gibt einen neuen Superreichen, dessen Firma noch ganz am Anfang zu stehen scheint. Jeff Bezos wohnt auch in Seattle, und seine Idee Amazon: „der größte Fluss an Waren der Welt“ ist noch ganz am Anfang.

Seattle ist faszinierend. Bunt und entspannt, eindrucksvoll und offen. Es wird die Welt weiter mit gestalten, immer etwas mehr im Schatten als die Bay Area bei San Francisco, aber wirksam.

Wir kamen aus Hawaii. Verbrachten noch den Abflugtag mit dem Gepäck im Auto am Hapuna Beach in Big Island. Flogen dann über Nacht über Honolulu und San Francisco nach Seattle. Von Kona, einem Flughafen bei dem die Gates im Freien wie an der Bushaltestelle sind. Aber es gibt schon Direktflüge. Neben unserem Gate nach Seattle.

Im hot tub in Kona eine nette Familie aus Boulder, Colorado. „Don’t come to boulder, you don’t want to leave any more! “ Hatten gleich Tips, wie man auf dem „grey Market“ besser an billige Ferienwohnungen kommt. Etwa in Las Vegas.

Unser Flug bringt auch einen gefallenen Soldaten heim. Wir werden gebeten nach der Landung sitzen zu bleiben, bis ihm die letzte Ehre erwiesen wird. Nach dem der Sarg mit der Flagge geschmückt ist und die begleitenden Soldaten salutiert haben, dürfen wir auch aussteigen.

Und dann das große Wiedersehen in Seattle. Meine Eltern, das erste Mal in den USA. Aktiv wie immer sind sie einen Tag vor uns da, ohne Jetlag gleich in der Stadt unterwegs. Wir treffen sie am Public Market am Hafen, direkt neben dem ersten Starbucks von 1912. Was für eine Freude!

Und heute schon der Aufbruch. Von meinen Eltern habe ich das Reisen gelernt. Unerschrocken sind wir vom 1973 bis 1978 durch Südamerika gereist, von Mexiko bis Feuerland war ich fast überall mit Ihnen. Monate im VW-Bus auf der Panamerikana. Aber USA kennen sie nicht. Jetzt fahren wir mit drei Generationen gemeinsam nach Los Angeles. Ein Traum. Und ich bewundere einfach, wie sie mit 80 Jahren weiter aufbrechen und neu entdecken. Vom Flughafen erst mal mit dem Bus in die Stadt. „Wieso denn Taxi? Das brauchen wir nicht.“ Und jetzt mit uns sechs auf so engem Raum. Unerschrocken.

Ich holte heute das Fahrzeug mit Nadine zusammen ab. Es ist noch größer als bestellt. Amerika eben. 32 Feet lang, auf zwei Seiten ausfahrbar. 8 Betten. 7,5 Tonnen, 320 PS.

Wir fahren abends los, erster Halt ist auf der Strecke zum Oympic National Park Walmart. Einkaufen. Und gleich übernachten. Walmart hat nicht nur 24h auf, man darf auch offiziell 24h sein Wohnmobil abstellen. Wir fahren Wohnzimmer und Schlafzimmer aus und haben ein richtiges Haus auf Rädern. Dagegen waren die bisherigen Mobile winzig.

Lysander und Velis haben ein Doppelstockbett. Meine Eltern das Zimmer mit Tür im Heck. Wir schlafen im Alkoven, die Kleinen auf dem umgeklappten Sofa. Und ich kann immer noch am Esstisch sitzen.

Jetzt gehe ich auch schlafen, es wartet die Natur und das Abenteuer Westküste auf uns. Den Crater Lake in Oregon haben wir schon aus dem Flugzeug gesehen. Ich freue mich!

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