Montag, 30. April 2018, 20.27, Pele’s Breath, Big Island, Hawaii, USA

„Big Island“ Hawaii ist ganz anders als Kauai. Hier gibt es breite Straßen und einen richtigen Walmart (wo man wirklich alles bekommt, von Lebensmittel über Schwimmwesten, Laptops, Kinderspielzeug oder Gewehre, Pflanzen, Möbel). Tara wird gleich ausgerufen, weil sie eine Minute allein herumlief. Wir sind in Hilo im regnerischen Osten gelandet und fahren weiter Richtung Süden bis kurz vor Kalapana, dem 1990 vom Vulkan Kilauea zerstörten Ort.

Unsere Unterkunft ist ein großes altes Holzhaus, dass einsam in der Landschaft inmitten von faszinierendem Urwald steht und von Marc aus England und Ishika aus Bangladesh bewohnt wird. Sie haben drei Zimmer an Gäste vermietet, wie in einer WG teilt man sich Küche und Wohnzimmer. Wir werden herzlich empfangen, und der ganze Ort hat etwas verwunschenes Magisches. Sieht man doch beim Blick aus dem Haus Dampf austeigen. Marc zeigt Nadine den Weg zur Dampfsauna – diese ist auf einem Loch in der Erde gebaut, aus dem heißer Dampf vulkanischen Ursprungs aufsteigt.

Auf der Karte von Hawaii kann man es sehen – dies hier ist die rote Zone, 10 auf der Skala von 0 bis 10 der Gefahren. Rund um das Haus gibt es viele kleinere und größere Löcher, die ins Erdinnere führen und aus denen heißer Dampf aufsteigt. Läuft man barfuß, merkt man wie heiß der Boden ist. Und schaut man in Richtung Meer, sind viele der Urwaldbäume abgestorben  – der Dampf war zu heiß.

Als es dunkel ist gehen wir herunter in die aus Vulkanstein gebaute Sauna – es ist heiß und abenteuerlich dort drin, dunkel und feucht. Ich komme mir wie bei „Herr der Ringe“ vor, und man versteht, warum dieser Ort Pele´s Breath heißt, der Atem der Göttin des Feuers Pele, für die Hawaiianer die höchste Gottheit.

Am nächsten Morgen fahren wir die 15 Kilometer Richtung Kalapana. Besser gesagt in die Richtung, wo dieser Ort einmal lag. Jetzt endet die Küstenstraße und es beginnen erkaltete Lavafelder bis zum Horizont sich auszubreiten. Die Kinder springen begeistert darauf herum, die Lava sieht noch so aus als wäre sie gerade erkaltet und ist immer wieder von tiefen Rissen durchzogen.

Der Kilauea gilt als der aktivste Vulkan der Welt. Sein jetziger Ausbruch begann im Jahre 1983, und er produziert über 200.000 m3 Lava am Tag. Gerade vor 4 Tagen ist dabei der im Krater befindliche See wieder übergeflossen und hat ein mehrere Hektar großes Gebiet überflossen. Bis letztes Jahr floss die Lava noch bis ins Meer, derzeit liegen die oberirdisch sichtbaren glühenden Gebiete 7 km im Landesinneren.

Dorthin kommt man nur zu Fuß. Ob wir es schaffen, die 18 Kilometer mit einem Aufstieg von 800 Meter durch erkaltete Lava zu erklimmen ist unklar. Auf jeden Fall war es heute schon eine unbeschreibliche Erfahrung, auf der erkalteten Lava herumzuklettern.

Die 500 Meter bis zur Küste vom Parkplatz sind erst in den letzten Jahren entstanden – die Insel wächst. Wir werden aber morgen die 60 Kilometer bis zum Hawaii Vulcano National Park zum Krater des Kilauea hochfahren – vom dortigen Jaggar Museum aus ist der Krater beim Sonnenuntergang zu beobachten. Wir sind gespannt.

 

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