Freche Lausbuben und moderne Technik ergeben eine abenteuerliche Art der Schnitzeljagd mit meinen Jungs durch den Urwald Lomboks- mit glücklichen Ausgang bei einer Schatzsuche der speziellen Art.

Aber ganz von vorn: wir machen nach dem Frühstück einen Ausflug durch die verwinkelten Wege des Dorfes. Alle Kinder tragen stolz die gestern im legendären Lombok Epicentrum (was für eine genialen Namensgebung für eine Shoppingmall ausgerechnet in Indonesien) erworbenen neuen Turnschuhe. Alles gute Marken, 70 Euro für alle zusammen. Alle endlich wieder Schuhe!

Velis und Morpheus waren ja gleich wie immer barfuß unterwegs die Rolltreppen heraufgefahren und wie alle begeistert von so viel Luxus und Westen mitten in dieser tropischen Urwaldinsel. Da drinnen ist es auch endlich so kalt dass man die Jeans die man dort kaufen kann auch sinnvoll anziehen kann.

Während die Kinder im Bällebad der Kinderbetreuung verschwinden, mache ich mit Nadine eine Runde und hole dann Lysi zum Optiker. Er hatte recht, es stimmte was nicht mit seiner Brille und nach der Untersuchung hat er nur noch -1,25 auf dem rechten Auge statt -1.75 wie bisher. Links ist mit -0,25 eh das Auge praktisch ok. Lysi freut sich über die Verbesserung, wir lassen uns neue Zeiss-Gläser für 50€ anfertigen und dann geht es zurück in die Nacht und Wärme die 15km wieder mit den Rollern nach Hause.

Heute dann also der Aufbruch bergauf. Alle wie immer super freundlich im Dorf, und es gibt viel zu sehen. In der neuen Jeans wird es Morpheus mega heiß und wir beschließen uns alle im kleinen Bach Ober halb im Wald die Füße zu kühlen. Dann werden Wettrennen mit Stöcken im Wasser gestartet. Wir vergessen unsere Sachen und als wir dann aber wieder zum Weg zurück sind fehlt Nadines iPhone, das war doch in ihrer Tasche!

Ich denke mir: das wollen wir doch mal sehen und starte auf meinem IPhone die Gerätesuche. Siehe da, es wird ganz in der Nähe angezeigt. Dort in den Wald hinein geht die Spur. Nach einer Weile verliert sich die Spur. Dann ein neues Signal, dieses Mal auf der anderen Seite des Baches. Es geht den Berg hinaus. Nach einer Weile querfeldein durchs Gestrüpp ist es ganz heiß. Aber wir sehen nichts. Dann gibt es wieder ein aktuelles Signal, wieder auf der anderen Seite. Mir ist klar: die sind ahnungslos und wissen nicht dass wir sie orten können. Sonst hätten sie das IPhone einfach ausgeschaltet.

Dort kommen wir bis an ein Haus. Eine Frau steht davor: ich frage: haben Sie kleine Kinder gesehen? Denn Nadine hatte zuvor am Wasser Kleinkinderstimmen kichern gehört. Die Frau zeigt einen Weg, wieder über den Bach. Dieses Mal steigen wir weiter, schweißgebadet. Nadine ist mittlerweile mit Tara ins Dorf zurück, Lysander, Velis und Morpheus sind mit mir auf der Pirsch.

Da, schließlich wieder wir das Signal deutlich, hier muss es sein. Und siehe da, wir finden in einer Böschung drei kleine Jungs, vielleicht 3 bis 6 Jahre alt. Sie haben Plastikeimer mit Steinen darin, die sie offensichtlich zu der Baustelle weiter oben tragen müssen.

Ich spreche den Älteren an, vielleicht 6 Jahre alt. Ich zeige mein Handy, und es kommt ein deutliches No, no! Nur der jüngere vierjährige schaut verschämt lächelnd, verräterisch. Man sieht wie ihn der Ältere anschnauft, er soll die Klappe halten.

Es ist klar, die Lausbuben waren es. Ich zücke einen 100.000 Rupien- Schein, 5 Euro und halte sie dem kleinen Jungen vor die Nase. Ich verspreche: wir erzählen es niemand! Jetzt nickt der Ältere und er macht sich auf den Weg.

In Windeseile rennt er zum Bach, durchquert ihn bis zu der Stelle wo wir den ersten Ausschlag auf der App hatten und er greift zwischen zwei Felsen in eine Spalte. Und zieht das IPhone heraus.

Wir freuen uns, halten uns an die Abmachung und er kriegt das Geld. Und schon ist er wieder verschwunden. Und wir kehren stolz von unserem Abenteuer mit der zurückgeholten Beute zu Nadine zurück. Die Jungs lassen sich es nicht nehmen und erzählen Nadine erst einmal nichts von unserem Coup. Und so richtig sauer waren wir auch nicht, das waren echte Lausbuben und Steine tragen auch nicht das tollste Los. Jetzt werden sie sich sicher mit dem Geld ein Vorrat an Süßigkeiten in eines ihrer Verstecke bringen.

Auf der Suche nach dem passenden Heimflug werde ich auch endlich fündig.

Santiago de Chile- Rom- Berlin mit Alitalia wird es am 29. Juli. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Da wir mit 1968 Euro für 6 Personen gerade mal die Hälfte des üblichen Preises von Lima aus zahlen, wird es sich zeigen ob die ja vor kurzem Pleite gegangene Gesellschaft tatsächlich fliegt. Der italienische Staat ist ja bis September bereit zu bürgen. Ich bin zuversichtlich: die Wette geht auf!

Wir essen noch mal ohne Kinder den herrlichen gegrillten Fisch an der Straße und verabschieden uns voller Dankbarkeit von diesem wunderbaren Ort mit den so herzlichen Menschen und der südlichen Halbkugel, die uns so freundlich empfangen hat. Morgen geht es nach Japan.

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