20.02.2018, Gulshan 2, Dhaka, Bangladesh

Wir waren kurz hier und haben viel erfahren. Bangladesh ist ein überraschendes Land. Seit Jahren 6% Wachstum in einem islamischen Staat, 73 Jahre Lebenserwartung von Frauen und 70 Jahre von Männern, 160 Millionen Menschen und eine Geburtenrate um die 2,1. Irgendwie müssen die etwas richtig machen, in diesem am dichtesten besiedelten Flächenstaat der Welt. Ok, es ist Chaos auf den Straßen und die Arbeit im Wasser auf dem Reisfeld oder der Textilfabrik ist viel härter als unser Leben. Dazu Stunden im Stau in uralt-Bussen um zur Arbeit zu kommen und eine Luft, deren Feinstaub im Mittel das 5fache von unserem Smog-Grenzwert ist. Eine Infrastruktur, die noch aus dem vorletzten Jahrhundert stammt oder gerade erst in Bau ist. Die Hauptstadt mit Einzugsgebiet 24 Mio Menschen. Und das Land vom ungebändigten Brahmaputra immer überflutet, der sein Flussbett alle Jahrzehnten völlig ändert. Bei den Hindus galt er als der wilde Sohn Brahmas, alle anderen Flüsse sind weiblich.

Die Häuser schon auf Stelzen, weil ständig die Überschwemmungen drohen, vom Fluss oder vom Meer. Liegt doch Dhaka nur auf 6 Meter über dem Meer.

Aber auch so viele kreative Projekte und Initiativen, etwa im Wassermanagement mittels smart card durch die lokalen Kleinbauern so ideal steuerbar.

Irgendwie ist es ein Land dass wir wenig wahrnehmen. Es ist aber auch ein Beispiel wie das Zusammenleben funktionieren kann. Eine Welt im Wandel und Wachstum, mit Chaos und Herausforderungen.

Wer wie Knut hier herkommt im zu arbeiten muss von seiner Tätigkeit überzeugt sein.

Wir waren wenig draußen unterwegs, haben uns erholt und die Kinder das Leben im Club der Skandinavischen Länder genossen. Draußen das Chaos, hier ein Swimmingpool. Keiner hatte nach Kalkutta und dem Ausflug zum Padma am ersten Tag die Energie für große Touren, die alle Stunden im Stau Smog und Moskitoschwärmen bedeutet hätten.

Aber wir haben dennoch viel erfahren. Das Expat-Leben ist eine besondere Situation und was man über Korruption und Chaos erfährt von einem Land, das zwischen Indien und China sozusagen eingekeilt liegt ist nicht immer etwas für schwache Nerven.

Wir hatten es gut in Dhaka, und ich glaube, dieses Land ist einen zweiten Blick wert. Es wird in der Zukunft mehr mitspielen wenn es den Sprung zum „Middle-Income-Country“ geschafft hat.

Und ich fand die sozusagen relaxt bengalische Variante des Islam draußen und die Menschen angenehm und freundlich. Aber es ist auch definitiv kein Touristenziel und auch für Weitgereiste keine Destination, die auf der Route liegt.

Heute Nacht geht es weiter, über Kuala Lumpur nach Melbourne. Wir freuen uns und hoffen den Nachtflug mit der Low-Cost Airline Air Asia gut zu überstehen.

One Reply to “Abschied von Bangladesh”

  1. Lieber Leander,
    Danke weiterhin für deine intensiven und anschaulichen Berichte.
    Ihr werdet Australien sicherlich als eine komplett andere Welt erleben.
    Wir sind hier von einer schweren Grippeepidemie überschwemmt,
    die leider auch meine Mutter sehr schwer getroffen hat.
    Wir hoffen,daß ihre Kräfte ausreichen,alles zu überstehen.

    Liebe Grüße von
    Almut

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