Mittwoch, 18. Oktober 2017, Roadhouse Camp, Godwana-Park am Fishriver-Canyon

Nachts hat es noch stark geweht, wir mussten die Hängematten abhängen. Der Sternenhimmel war wohl der Beste bisher, in der Wüste Dunkelheit ohne Mond und eine   erstaunliche Sicht. Morgens sind die Kinder mit zum Laufen gestartet, Bewegung lieben sie ja alle immer.

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Dann ging es los zum Canyon. Nach unseren ganzen Pannen im Norden war ja die Abzweigung hier her die einzige Schotterpiste, die wir unserem lädierten Fahrzeug noch zumuten wollten. Um so erleichterter waren wir, dass wir die 50 Kilometer gestern ohne Panne hier her geschafft hatten. Jetzt fehlten ja nur noch 25 Kilometer bis zum Canyon. Wir starteten freudig. Ich fuhr. Nach etwa 10 Kilometer Wellblechpiste gab es diesen Geruch, der uns alle erschreckte. Zum Dieselgestank, den wir seit Tagen durch den undichten Tank hatten, jetzt der Geruch von verbranntem Gummi.

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Im Reifenwechseln war ich ja mittlerweile schon geübt. Nur noch 15 Kilometer bis zum Canyon, das schaffen wir doch noch. Von nun an aber mit Tempo 10 bis 20, je nach Straßenzustand. Nach 2 Kilometern kontrollierte ich noch mal alle Reifen. Der neu eingewechselte Reifen war super heiß. Was ist denn jetzt los?

Ich testete es mit Wasser, um die Felge zu kühlen. Es zischte. Es war wohl die Bremse so überhitzt, dass erst die Felge, dann der Reifen heiß wurde. Ich fuhr noch einmal eine kurze Strecke, schon wieder war die Felge super heiß. Das war jetzt unangenehm. 15 Kilometer zum Canyon, 10 Kilometer zurück. Aber hier war etwas nicht in Ordnung. Wenn ich weiterfahre, brennt auch der nächste Reifen durch, Ersatz haben wir dann keinen mehr. Ein Blick auf das Handy: Kein Netz. Draußen ist es 38 Grad im Schatten.

Ok, das muss ich mir selbst anschauen. Ich legte mich unter den Wagen.

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Der Handbremsbowdenzug war offensichtlich so gespannt, dass er auch in Ruhestellung die Bremse anzog. Er schliff auch am Reifen. Die ganze Aufhängung war verbogen, auf der anderen Seite lief sie gerade, hier geknickt. Das hieß jetzt aber: unter den Wagen legen, ohne dass die Bremse angezogen ist. Mit Steinen sicherten wir den Wagen vor dem Wegrollen.

Zum Glück hatte ich die 3-Euro Zange bereits im Norden gekauft, um den wackelnden Batteriekontakt zum Start zu überbrücken. Mit ihrer Hilfe habe ich den ganzen Bremszug ausgehängt. Mit Gaffa-Tape das Ganze so befestigt, dass es nicht am Reifen schleift. Jetzt zog die Handbremse nur noch rechts, aber damit kann man leben.

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Wir konnten also weiterfahren. Für die nächsten 15 Kilometer brauchten wir 90 Minuten. Und wir stellten uns die Frage:  Wie kommen wir hier wieder heil heraus, ohne Ersatzreifen? Die nächste Werkstatt war sicher 100 Kilometer entfernt. Aber dennoch Beruhigung, eine Ursache gefunden zu haben. Vermutlich war das Problem schon seit Anfang an da, wir hatten ja einen reparierten Unfallwagen bekommen. Ich hatte mich ja auf den ganzen 3000 Kilometer mit diesem Fahrzeug immer schon gewundert, warum sich die linke Felge so erwärmte, die rechte Felge dagegen kaum. Ich habe es darauf geschoben, dass der Wagen durch die Straße immer nach links stärker belastet war. Vermutlich lag aber die Ursache eher an der Bremse.

Aber, Lohn der Angst: Der Anblick des Canyon war fantastisch. Hier kommen wir noch mal her, und machen den 4-Tages Hike im Tal. Aber nicht auf dieser Reise.

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Wir schafften es noch zum Roadhouse Camp zurück. Und gingen noch mal laufen, in den Sonnenuntergang hinein.

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