Samstag, 7. Oktober 2017, Morpheus 5. Geburtstag, Khowarib Lodge am Fluss in der Nähe von Warmquelle, Nord-Namibia

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Viel draußen in der Natur sein. Hier ist es wirkliche Einsamkeit. Rundum Berge, am Horizont sieht man Affen über die Felsen klettern. Grüne Bäume leuchten aus der sonst kargen Landschaft heraus.

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Vögelgezwitscher. Hier gibt es Wasser. 5 bis 10 Meter breit, aber nur ein paar Zentimeter tief fließt hier klares Wasser durch einen tiefen Einschnitt zwischen den Felsen.

Kleine Sandbuchten am Ufer unter schattigen Bäumen locken zu verweilen. Es ist traumhaft schön.

Eine Urlandschaft, die auch die Kinder magisch anzieht. Seit Stunden rennen sie durch das sandige Flussbett und spielen. Gerade gib es Wettfahrten zwischen der linken und der rechten Sandale von Morpheus. Es werden Wetten abgeschlossen und die beiden Teilnehmer angefeuert. Mal zieht die eine Sandale vorbei, mal wird die andere über eine günstige Strömung am Sandbett vorbeigezogen, wo die andere ins Stocken gerät.

Heute feiert Morpheus seinen 5. Geburtstag. Er hat sich am meisten über seine sehnlich erwünschten 4 Ninja-Turtles gefreut. Er meint gleich als er sie strahlend auspackt, freundlich wie er als Sonntagskind immer ist: „Ihr dürft auch mal mit ihnen spielen“ zu seinen Geschwistern. Tara baut den Playmobil-Landrover zusammen. Und es gab ein Gepard-Kind. Das freut den Kuscheltierfreund Velis besonders. So gibt es Spielkameraden für Affi, den kleinen Affen, für Groß Affi, den großen Affen. Für George, die Eule, Karatemeister. Für Percy, der Papagei. Und für Maulwurf, seinen Liebling: der kann zaubern.

5 Jahre, das ist ein Einschnitt. Ab dann kann man sich detailliert an die Erfahrungen erinnern, die man als Kind gemacht hat. Das weiß ich aus eigener Erfahrung: Ich wurde auf dem Schiff nach Südamerika 5, wo meine Eltern damals im Jahr 1977 Richtung Lima, Peru aufbrachen. Ich kann mich an nur wenig von Deutschland davor erinnern, kann aber noch heute detailliert das Schiff beschreiben, mit seinem tiefen Brummen und den Bullaugen durch die man aus der Kajüte heraus auf das Meer sah. Es war einer der Gründe warum ich umbedingt jetzt aufbrechen wollte: Morpheus ist in einem idealen Alter, um die Welt reisend zu erfahren: er ist noch kein Schulkind und zugleich schon offen und neugierig für alle Eindrücke.

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Die Fahrt hier her war eine wilde Fahrt. Aufbruch nach einem Bad im Infinity-Pool mit Blick ins Tal der Opuwo Country Lodge hinein in die Stadt, wo schon an der Tankstelle der wilde Markt mit abenteuerlichen Hütten und wie aus einem Fantasy-Film aussehenden Frauen begann, mit ihrer rot mit Lehm gefärbten Haut und den zu aufwändigem Zöpfen zusammengebundenen Haaren und nackten Brüsten.

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Nadine blieb mit der Schulter an einem herabhängenden Stück Nato-Draht hängen, der sich richtig festhakte.

Auf der Fahrt heraus fiel Lysander ungünstig auf seinen Arm und schrie auf. Dummerweise wechselte ich nach der Behandlung von Lysander (verstaucht, nicht gebrochen meine Diagnose; zum Glück ist mein halbes Jahr Rettungsstelle als angehender Unfallchirurg im Unfallkrankenhaus Berlin bei alltäglichen Kinderverletzungen immer noch präsent und nützlich) ans Steuer und machte gleich den Fehler, den Motor erst einmal auszumachen. Der dann prompt nicht mehr anspringen wollte.

Nun gut, Ruhe bewahren.

Ich wackelte, hämmerte und schraubte an den Kontakten der Batterie herum, bis irgendwann der Strom wieder floss und der Wagen ansprang.

Lysander bekam einen Verband, eine Hochlagerung, Kühlung und ein Schmerzmittel und schlief zum Glück bald ein.

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Nadine fuhr uns durch eine kurvige Piste bergauf, bergab durch die felsige Landschaft, an alten Baumriesen vorbei und durch Täler wo man statt der üblichen Wellblechhütten die runden Lehmhütten der Himbas sah, und junge Kinder im Alter von Morpheus und Velis, die barfuß Ziegen vor sich hertrieben und uns freudig zuwinkten. Das Tal hatte grüne Bäume, hier muss es Wasser geben.

Wir besprachen auch, wie wir vorgehen würden wenn wir hier liegenbleiben, ohne Handy-Empfang. Einer muss bei den Kindern und dem Wagen bleiben, der andere per Anhalter Hilfe holen.

Die Straße sah oft nicht anders aus als die Umgebung, und folgte den Erhebungen der Landschaft so, dass es abenteuerlich steil bergauf und bergab ging, und manchmal in Schieflage dazu. Ich als Beifahrer machte sozusagen jeden Bewegung des Fahrzeugs mit, fühlte mich aber bei Nadines souveräner Fahrweise immer sicher. Die Kinder lieben es, den Fahrtwind zu spüren.

Als wir dann unseren Platz auf der Khowarib-Lodge gefunden hatten und Lysander den Arm schon wieder besser bewegen konnte, begannen wir schon bald die Gegend zu erkunden. Frisch gestärkt durch die schon von Nadine morgens gekochten Nudeln, die es jetzt frisch mit Ei angebraten gab.

Nachts stieg der Vollmond über dem Fels auf, und erstrahlte diese grandiose Landschaft auf magische Weise. Wir hingen noch lange in den Hängematten, die wir uns noch an unserem Lager aufgehängt hatten und waren einfach nur dankbar und glücklich für so viel Schönheit und dem Geschenk, hier mit den Kindern sein zu können.

3 Replies to “Morpheus 5. Geburtstag am Fluss”

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