Donnerstag, 5. Oktober 2017, 15.24, auf der C41 Richtung Opuwo

Schon vor dem Frühstück saß Lysander vor dem Ipad und studierte die Länder Afrikas. Er hatte mit Rolf gewettet, dass er sich 25 Länder Afrikas merken könnte. Am Ende waren es 22, Rolf ließ sie sich alle auf einer Skizze von Afrika zeigen. Velis übte weiter im Matheübungsbuch.

Auf dem Spar-Parkplatz später mit vollem Einkaufswagen wartete schon der Oberaufseher mit seinem Kollegen. Wir hätten das Wohnmobil falsch geparkt. Auf dem großen Parkplatz mit ein paar hundert freien Plätzen hätten wir zwei Plätze beansprucht, außerdem rage das Heck zu weit heraus. Ich glaube, es lag am südafrikanischen Kennzeichen. Als klar wurde, dass wir aus Deutschland kommen, wollte man dann doch auf die Strafe von 750 N$ (ca. 50 €) verzichten und es bei einer Verwarnung belassen. Als dann zu unserem Verdruss der Wagen wieder nicht startete und ich die Motorhaube öffnete, wollten beide schon helfen und ein Starthilfekabel organisieren. Ich bearbeitete mit der gerade gekauften Zange wieder den nicht richtig leitenden Batteriekontakt, das half. Auch ein Blinklicht und ein Bremslicht waren ausgefallen, aber die Lampen waren es nicht. Wo sind nur die Sicherungen? Ich habe sie nicht gefunden. Wir fuhren so weiter, wir müssen beizeiten mal eine Werkstatt suchen.

Wir suchten als Nächstes nach einer Gasfüllstation, um unsere Gasflasche wieder aufzufüllen. In einer Blechhütte wurden wir fündig, mit einer Pumpe wurde von einer großen Gasflasche zu unserer Campingvariante umgefüllt. Ein gutes Gefühl.

Unterwegs dann klappte die Weltreiseschule gut. Lysander und Velis durften beide nebeneinander vorne sitzen und wir machten Fragestunde. Warum fällt man auf der Antarktis nicht herunter? Welches waren die größten Erfinder und Entdecker? Ich habe selbst sehr viel in meiner Kindheit auf den langen Fahrten von meinem Vater gelernt, und liebe diesen Austausch.

Dabei konzentrierte ich mich aber zu wenig auf das Iphone, und so verpasste ich eine Abzweigung nach Opuwo. Es ging ja schon ewig geradeaus. Das Navi aber leitete mich in die Irre und suchte einen Alternativweg, eine D-Straße. Keine gute Idee. Erst wurde es 40 km eine Wellblech-Schotterpiste, die alles einstaubte und durchrüttelte. Dann ging diese in eine Sandpiste über. Diese wurde zu einem Feldweg zwischen Gebüsch hindurch. Langsam wurde es abenteuerlich, weil immer längere Sandstücke den Wagen forderten und ich um nicht steckenzubleiben mit Tempo weiterfuhr, was alles ganz schön zum schlingern und wackeln brachte.

Die Kinder schrien hinten begeistert auf und spielten „Raumschiff“, Nadine war weniger begeistert und hatte Angst, schon wieder in der Wildnis steckenzubleiben. Ich versuchte das Beste daraus zu machen.

Irgendwann gab ich zu, dass wir hier besser umdrehen sollten. Im sandigen Gestrüpp zu wenden war gar nicht so einfach und beim Anfahren drehten die Räder ganz schon durch.

Es machte Spaß, war aber auch etwas schweißtreibend unser überdimensioniertes Fahrzeug die ca. 5 km wieder heil zur Schotterpiste zurückzufahren. Noch 42 Kilometer zurück zur Hauptstraße. Google Maps ist erstaunlich, aber man sollte nicht einfach versuchen einer Empfehlung zu folgen – möglicherweise ist es nur ein besser Pfad und keine wirkliche Straße.

Die Gegend ist menschenleer. Man sieht gelegentlich Wellblechhütten, Kühe und Ziegen und dann und wann einen Fußgänger. Die Hauptstraßen sind weiter in einem erstaunlich guten Zustand, asphaltiert ohne Schlaglöcher, wir kommen gut voran. Wir sind unterwegs in das Land der Himba, ein Nomadenvolk im Nordwesten Namibias.

Wir haben die zwei Tage mit WLAN genutzt und unsere Indien-Flüge gebucht. Wir bleiben nur eine Nacht in Johannesburg, um unseren Wagen abzugeben und fliegen am 15. November 2017 mit Emirates über Dubai nach Mumbai. 9.15 Uhr bis 2.15 morgens Ankunft in Indien. Ab Dubai mit der A380, da freue ich mich darauf, ich bin den größten Airbus noch nie geflogen. 250 € pro Person, da kann man nichts sagen. Den Weiterflug nach Goa müssen wir noch buchen, wenn Zeit ist.

Wir durchqueren gegen 17.30 Opuwo und kommen in der Country Lodge an, unserem Ziel für heute.

Erstaunlich, wie die Himba im Straßenbild zwischen westlich gekleideten Afrikanern aussehen. Opuwo ist eine Kleinstadt mit vielen einfachen Häusern, die Lodge auf einer Anhöhe dagegen sehr luxoriös angelegt.

Den Swimmingpool wollen wir morgen noch testen, bevor es weiter geht.

Alle sind erschöpft von der langen Fahrt und gehen früh schlafen.

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