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Montag, 18.09.2017, 11.52, Okahandja Country Lodge, Namibia

Weltreiseschule. Pioniergefühl. Zwischen Euphorie und manchmal nahe an der Verzweiflung. Ich wache schon morgens früh auf und denke darüber nach, wie ich heute wohl den Unterricht gestalten werde. Morgens ist es so kühl, dass die Kinder Mützen aufziehen. 20 Grad Unterschied von Nachmittags zu morgens. 35 Grad mittags, morgens 15.

Es startet mit Hindernissen. Morpheus holt sich beim Spielen einen großen Spreißel, wir finden keine passende Pinzette und er mag nicht dass wir an der Hand etwas machen. Wir beschließen, den Spreißel drin zu lassen und zu warten bis er von selbst herauskommt.

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Unterricht. Wir trennen die Kinder in zwei „Klassenräume“. Es gibt wie immer Widerstände zu überwinden. Auch ich muss mich in Geduld üben. Warum mache ich das hier? Aber es ist ein Aufgabe, die wir uns gestellt haben. Back to basics. Mit dem was wir hier draußen haben müssen wir zurecht kommen. Ich stelle mir vor, wir wären Pioniere und müssten unser Leben hier draußen selbst organisieren. Es kommt uns nicht darauf an, möglichst viel zu sehen. Wir rechnen das große Einmaleins, die Quadratzahlen. Und dann Wurzeln. Und dann gibt es zu Essen.

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Dienstag, 19. September 2017, 9.25 Uhr, Okahandja Country Lodge, Namibia

Heute läuft es schon viel besser. Pünktlich um 9.00 Uhr sitzen die Jungs und schreiben. Heute ist erste Stunde Englisch. Lysander übersetzt „Beat it“ von Michael Jackson, Velis schreibt alle englischen Wörter auf Englisch und Deutsch heraus, die er schon kennt. Dass sie gestern in Mathe gelernt haben, dass Wurzeln nichts Kompliziertes sind, freut beide offensichtlich. Nadine liest den Kleinen vor.

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Morgens und abends ist die Temperatur ideal. Morgens um 6.00 geht es auf 15 Grad herunter, nachmittags werden es 35 Grad. So nutzen wir die Mittagsstunden zum Fahren oder ausruhen. Es ist herrlich auf unserem Camp. Wir haben einen persönlichen Wachmann, der Nachts unter unserem Essensplatz sitzt und aufpasst. Wir haben Hängematten aufgehängt.

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Wir zogen los, um Feuerholz zu holen, alle Kinder mit. Schon nach wenigen Metern werden wir fündig. Ein umgeknickter Baum, massenhaft trockenes Holz. So trocken, dass es sich mit einem Streichholz mit etwas trockenem Gras sofort entzündet. Alle laden den Trolley voll. Auf dem Feuer grillen wir Maiskolben und T-Bone-Steaks. Das Fleisch ist nicht besonders zart, schmeckt aber hervorragend. Tara sitzt nackt auf Mama und schiebt sich ein halb blutiges Fleischstück nach dem anderen in den Mund, das ich ihr vom dem riesigen Fleischstück abschneide. Das Feuer erleuchtet die Nacht. Tara sieht richtig wild aus.

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Ich denke: Tara muss sich fühlen wie hunderttausend Generationen von Kindern vor ihr. Sie sieht sehr glücklich aus.

Nadine hat neue Camps reserviert. Dafür wieder ist die moderne Welt sehr praktisch. Wir haben unsere Sachen wieder eingepackt und fahren weiter. Es geht in Richtung Norden weiter, wir fahren kleine Etappen von 100 bis 200 km, gut passend für die Mittagshitze. Nach den ersten beiden Stunden Unterricht geht es los, weiter wird während der Fahrt geübt.

Wir haben noch 59 weitere Nächte dieses Wohnmobil, bis wir es in Johannesburg abgeben müssen. Eine großartige Freiheit.

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